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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1865-01-01 · Heft 2 · p. Seite 53

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
14 (1865)
Issue
Heft 2
Article
Geschichte der Juden in der Schweiz
Date
1865-01-01
Page
Seite 53 (sequence 13)
Language
German
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Geschichte der Juden in der Schweiz. 53 dritten Juden nebst Haushalt um dieselbe Gebühr bei sich zu halten. Dieser Dritte war Raphael, in dessen Behausung auch die Synagoge sich befand 2). Auch der auf Betrieb des Abts zu St. Gallen aus Wyl ausgetriebene3) Jude Samuel Levi liess sich 1470 in Schaffhausen nieder. An die Stelle des nach Zürich übergesiedelten Salomon trat der Jude Hirz, welcher 1470 seiner Ehefrau Hennlin sein ganzes Vermögen an Liegenschaften oder Guthaben auf fahrende Pfänder vor dem Rath testirte4 5). Den wenigen Juden, welche in Schaff hausen im 15. Jahrhundert wohnten, wurde plötzlich der Schirmbrief gekündigt. Zu Anfang des Jahres 1472 beschloss der grosse und kleine Rath, nur bis Martinstag gedachten Jahres Juden zu dulden. Sie cassirten, so weit thunlich, ihre Guthaben ein, verkauften ihre Häuser — Raphael, der nach Winterthur zog, verkaufte das Seinige unter der Bedingung, dass der Käufer aus der bisherigen ,,Schul" ״keinen Stall mache“ — und verliessen Schaffhausen. Bis ins 4. Decennium des 16. Jahrhunderts war den Juden das Wohnen in Schaff hausen untersagt; nur durchreisende ״Hebrair“ durften gegen Erlegung von drei Schilling und drei Würfel drei Tage in der Stadt verweilen ׳'). Erst gegen 1535 wurde wieder ein Jude nebst Familie in den Schirm der Stadt aufgenommen, es war dies der Jude David, der auch gute Kenntnisse in der Heilkunde besass, die er Anfangs nur insgeheim und unentgeltlich anwandte. Durch seine Rechtschaffenheit und ganz besonders durch seine medicinische Geschicklichkeit erwarb er sich bald die Gunst der Rathsherrn, so dass ihm der Rath 1542 das Gesellschaftshaus der Bogenschützen als Wohnung an wies, für das er einen Miethszins bezahlte, der nebst der jährlichen Steuer dreissig Pfund betrug. 2) Kirchhofer, a. a. 0. 93, Harder, 56. 3) Die Urkunde über Samuel Levi bei Ulrich, a. a. 0. 467ff. 4) Harden nach Rathsprotokollen 57. 5) Ebend.

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