Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Geschichte der Juden in der Schweiz
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 7)
- Language
- German
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Geschichte der Juden in der Schweiz. 47. und Geleitsbriefen von österreichischen Herzogen und in Folge eines eigenhändigen Empfehlungsschreiben des damaligen Landvoigts in Thurgau und Aargau, der seinen ״lieben langen Smarin" im ״Aufträge des Herzogs" zu dessen ״nothdürftigenSachen" sehr bedurfte und zu sich nach Baden kommen liess, wurde Smarin (c. 1388) mit seiner Ehefrau Hennlin, zwei Kindern und seinem Schwiegersohn Smion von Frankfurt in Schaffhausen aufgenommen6). Er blieb jedoch nicht lange dort, denn im Mai 1390 war ״Smario der Jude von Neuenstadt" schon wieder als Bürger in Zürich 7). Was ihn so schnell von Schaffhausen vertrieben? Nichts anders als die Feindseligkeiten, in denen er mit seinen übrigens Glaubensgenassen lebte Er war ein roher, rauflustiger und deshalb gefürchteter Mensch. ״EinstklagteSamuel, Josmann des Juden Sohn von Schaffhausen, auf den langen Smarien, dass sie Feindschaft mit einander hätten, dass der Samuel nicht gern gen Zürich zu des Vinli’s Hochzeit kommen wollte, als er und seine Gesellen hätten das Geleit, dass sie von dem Smarin und den andern in Liebes und Guts sicher wären, des schickt der Visli an einen und andern Juden einen Brief gen Schaff hausen, er hätte die Busse geben an Zürich und Geleit erworben den Juden. Darauf kam auch der Samuel, sein Frau und andere sein Gesellen gen Zürich und glaubten, auch da sicher zu sein. Und nun an dem nächsten vergangenen Samstag zu Nachts tanzten sie und auch andere Juden und wollten in ihrem Sinne wol leben, so kommt der Smarin freventlich gelaufen und schlug den Samuel mit seiner Faust an den Hals, da er stund und niemand nichts begehrte zu thun. Als er den Schlag zuerst gedult, da kamen des Smarien Söhne einer mit einem blossen Schwerte, das er ausgezuckt hat, und wollte es seinem Vater gebracht haben und also wollte der Smarin und die mit ihm da waren den Sa muel und die seinen unredlich und ohne alle Schuld erschlagen und ermorden." 6) Harder, 42 f. 7) Ulrich, a. a. 0. 415.