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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 11 · p. Seite 436

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 11
Article
Die Neugestaltung des Rabbinenwesens und deren Einfluss auf die talmudische Wissenschaft im Mittelalter
Date
1864-01-01
Page
Seite 436 (sequence 16)
Language
German
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IRI
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Die Neugestaltung des :Rabbinenwesens In diesem Betracht ist es besonders bemerkenswert!!, dass in den mitgetheilten Auszügen das Stadium, in welches die pilpulistische Gesetzesforschung zur Zeit der Abfassung des Gut־ achtens * bereits eingetreten war, ganz bestimmt bezeichnet ist. R. Joseph Kolon spricht bereits von bestimmten pilpulistischen ״Weisen«: ־!nst אבל הדרכים שעושים המם בתוספות ומן וכ^כ אומר הדרך כולו יהיה אמת או שקר• Unter דרכים sind offenbar gewisse pilpulistische Wendungen, scharfsinnige Auflösungen zu verstehen, wie sie nachher mit den Kunstausdrücken ״Blaus- 8er" 11. a. bezeichnet werden. Demnach hatte der ״Pilpul" um diese Zeit bereits eine schulmässige Methode angenommen, was zu der Annahme führt, dass derselbe schon eine geraume Zeit der Entwickelung vor Josef Kolon durchlaufen haben müsse. Es würde sich also auch hierdurch unsere Angabe von dem Zeitpunkte der Begründung des ״Pilpul" rechtfertigen. Wenn es dagegen nach der höhnenden Bemerkung, womit Kolon sein Urtheil über den ״Pilpul" begleitet, scheint, als ob derselbe zur Zeit der Abfassung des Gutachtens bereits die Bahn strenger Wissenschaftlichkeit verlassen hatte, so ist andererseits zu bedenken, dass Kolon überhaupt gegen den ״Pilpul" eingenommen und auch wohl mit dem Zustande der Talmudforschung in Deutschland zu wenig vertraut war. Ueberdies wird die Werth- Schätzung, welche Isr. Brünn dem ^,Pilpul" bezeigt, nicht minder auch von Jakob Weil getheilt, da jener den ״Pilpul" nicht zur Grundlage für die richterliche Praxis genommen haben will, denselben aber für das Studium als eine selbstverständliche Richtschnur anerkennt0). Es lässt sich jedoch weder von Jakob Weil, noch von Isr. Brünn nach der Geistesrichtung, die sich in ihrem Gutachten ausprägt, annehmen, dass sie dem ״Pilpul" wenn er damals schon nur ein oberflächliches Spiel des Witzes gewesen wäre, also das Wort geredet hätten. Vielmehr rechtfertigt sich durch die Stellung, welche diese beiden Gelehrten dem ״Pilpul“ gegenüber einnehmen, die Behauptung כי ודאי כשאנו מפלפלים ולומדים חריפות :164 .r. G. a (* כגון בזמן התוספות או אנו רגילין למשקל ול מטרה בדקדוקים דמיעל פילא בקופא דמחטא וכר.

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