Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Die Neugestaltung des Rabbinenwesens und deren Einfluss auf die talmudische Wissenschaft im Mittelalter
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 428 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2829132-2829304-2829316-2860913--08824-2860948- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
HVKW 1-C• 428 Die Neugestaltung des Rabbinenwesens eine so tiefgreifende Umwandlung in der Behandlung des Talmuds nicht wohl ״eründen", wie sie eben sowenig einseitig ״beliebt" werden kann. Auch ragen die Anfänge des ״Pilpul", wie sich zeigen wird, über ein Jahrhundert vor R. Jakob Pollak zurück. Wenn aber auch die Nachrichten von Gans und Asulai nur die Bedeutung haben sollen, dass R. Jak. Pollak den ״Pilpul" erweitert und zu der, nachmals so vielfach beklagten, Ausartung fortgeführt habe, so ist ihnen auch in diesem Sinne — wir können uns die Ehrenrettung hier nicht versagen — wenig Glauben beizumessen. Denn selbst nach dem Wenigen, was durch seine Schüler der Nachwelt bekannt geworden ist, erscheint R. Jakob Pollak durchaus nicht als der Mann, der die talmudische Wissenschaft auf die schlüpfrige Bahn unfruclitbarer Verstandeskünsteleien hätte bringen können. Denn er war es, der den nachherigen Rabbiner, R. Schalom, genannt Schechna0) ausgebildet hat, einen Mann voll ernsten Strebens, echt wissenschaftlichen Geistes, der vielleicht ohne Uebertreibung der Träger der neueren Talmudforschung genannt werden bann und eben sowohl in seinen Schülern R. Moses Isserls und R. Chajim b. Bezalel, wie in seinen Grundsätzen das Zeugniss einer Geistesrichtung aufgestellt hat, die von der seichten, unwissenschaftlichen Behandlung des Talmuds weitab lag. Schechna hat den höchst bemerkenswerthen Grundsatz seines Lehrers befolgt und ausgesprochen, Nichts aufzuschreiben, um der selbstständigen Entschliessung späterer Gelehrten ni cht vorzugre ifen**). Es mag nun sein, dass Jakob Pollak *) Nicht 1557 (שי״ו), wie Dav. Gans das. sagt, sondern 1559 (שי״ט) verstorben. S. R. G. A. Mos. Isserls 25, Ende. **) Schechna’s Sohn schreibt über seinen Vater und Jakob Pollak (Mos. isserls, R. G. A. 25): וכן קבל־יתי הלכה למעשה טאמ״ו אבי הגאון רבן ומאורן שכב״ה מהר״ר שלום המכונה. שכנ״א זצוק״ל ה״ה הכ״מ אשר העמיד תלמידים הרבה מסוף העול□ ועד סופו מפיו חייבם ומימיו שותיבם וחי נפשי עולמים חימנין סגיאין בקשתי עם, הרבה לומדים ממנו שיעשה פוסק ותשובתו היתה מחמת רוב חסידותו וענותנותו אשד היה עניו יותר מכל האדם אשר פני על האדמה ,ואמר יודע אני דשוב לא יפסקו כ״א כאשר אכתוב מטעם דהלכה כנתרא ס־־נין רצוני שיסמכו העולם עלי ר״'ל כגון היכא דאיכא פלוגתא ביני רבוותא והוא יכריע או לפעמים יחלוק ואין לדיין כי אם מה שעיניו רואות לכן יעשה כל אחד כפי הוראת שעה כאשר