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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 11 · p. Seite 425

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 11
Article
Die Neugestaltung des Rabbinenwesens und deren Einfluss auf die talmudische Wissenschaft im Mittelalter
Date
1864-01-01
Page
Seite 425 (sequence 5)
Language
German
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425 gehörte, der Allgemeinheit an, der sie noch dazu den Inbegriff aller geistigen Güter bedeutete, der Geschichte, Sitte und Religion. Daher konnte es denn nicht fehlen, dass die Absichten, welche R. M. h. mit der Wiederaufnahme der Semicha und der Reform des Rabbinerwesens verband, ihren eigentlichen Ausdruck auf dem Gebiete der talmudischen Wissenschaft fanden. Freilich sind auch in diesem Punkte die Quellen nicht so ergiebig, dass sie den Zusammenhang der neuen Institution mit der Wissenschaft deutlich und scharf bezeichneten *, sie sind aber auch nicht so schweigsam, dass sie die Auffindung dieser Verbindungsfäden nicht mit ziemlicher Sicherheit ermöglichten. Man halte nur daran fest, dass, wie wir gezeigt haben, es vornehmlich geistige Unsicherheit und Unselbstständigkeit waren, woran die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts krankte. Wie nun mit der Wiedereinführung der Semicha den Gelehrten jener Zeit ein Anstoss gegeben wurde zu erneuerter Regsamkeit, so wird ohne Zweifel zur Wiederbelebung selbstständiger Forschung •ein ähnlicher Anstoss auf die wissenschaftliche Thätigkeit selbst, wenn auch nicht in der Form einer bestimmten Anordnung, so doch durch die Art und Weise ihres Betriebes von R. M. h. und seinem Kreise ausgegangen sein. Erwägt man nämlich, dass das Studium und die Gelehrsamkeit jener Zeit in Folge ihres gänzlichen Mangels an Originalität und ihrer steten Anlehnung an die Vergangenheit sich im Wes entliehen nur auf den einen Factor des Gedächtnisses stützte, was zwar eine umfangreiche Sachkenntniss (בקיאות)? nicht aber eine selbstständige Verarbeitung und Fortentwickelung des Gesetzesstoffes begünstigte und herbeiführte: so wird man es als ein den Absichten Desjenigen, der durch die Erneuerung der Semicha, wie bekannt, die Erweckung wissenschaftlicher Selbstständigkeit anstrebte, nahe liegendes Bestreben erkennen, durch die Einwirkung auf den anderen Factor, auf den Scharfsinn nämlich, den Geist von seiner scholastischen Richtung ab zulenken, Denn allerdings musste eine Studienrichtung, die ihren Schwerpunkt auf die Bethätigung des Scharfsinns legte, das Zurückgehen auf die Quellen und eine selbstständige Forschungsweise begünstigen. Würden sich nun für eine derartige Veränderung der Studienrichtung in den Quellen Andeutungen fin- Frankel, Monatsschrift. XIII. 11. 32 #9r&**%* Hl H ל"יי ׳-.ף־• " vH. im Mittelalter.

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