Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Die Neugestaltung des Rabbinenwesens und deren Einfluss auf die talmudische Wissenschaft im Mittelalter
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 393 (sequence 10)
- Language
- German
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im Mittelälter. 393 eierst die Anregung eines wissenschaftlichen׳ Selbstbewusstseins noththat: so kann auch hinter der Wiedereinführung der Seinichä keine andere Absicht, als die Erreichung dieser Ziele, gesucht werden. Der Zweck der ׳neuen Institution stellt sich bei einer genauen Erwägung der damaligen Verhältnisse, um es kurz Zusagen, so: die ausdrückliche Belehnung mit dein Titel ״Lehrer“ (Rabbiner)*) sollte dem Belehnten den Math des Selbstb ewusstsieins geben und ihn auf dein Gebiete der Lehre wiederum selbstherrlich machen**). *) Man wählte die Bezeichnung ״ רבLehrer“ -- denn die Autorisation sollte vornehmlich den Charakter der Selbstständigkeit auf dem Boden des Gesetzes ausdriieken •— und gab ihr die Bedeutung einer Titulatur. Dies bezeugt ausdrücklich R. Levi b. Chabib, Gutachtensammi. ed. Venet. p. 305, 6 של^א תועי^ אותה הסמיכה להקרא.רב בסמיכות חוצה לארץ הנהוגה גם עתה בין האשכנדם והצרפתים והאיט^יינוש . Der Nachdruck ist also auf רב zu legen; daher auch die Bezeichnung ״Rabbiner". Auch die ältere Bezeichnung ״Hochmeister" entspricht dem Titel רב. Man bezeichnet darum die Institution des R. M. h, fälschlich mit סמיכה מורינו, wahrscheinlich nach dem Vorgange des wenig verlässlichen David Gans (s. v. Maharil). Ursprunglieh war diese Bezeichnung, die ja schon lange vor dieser Zeit im Gebrauche war (vgl. Zunz, zur Gesch. S. 205), wohl nur eines von den freiwilligen Epitheten; gewann aber späterhin, vielleicht weil der Eitelkeit eine grössere Befriedigung gewährend, die Oberhand. **) Bekanntlich herrscht über das, was man mit der Wiedereinführurig der Semieha eigentlich beabsichtigte, die grösste Ungewissheit« Abravanel (Leb Aboth zu Cap. 6, 2), dem die Einrichtung, als er nach Italien kam, ganz heu war, obgleich sie damals beinahe schon 100 Jahre zählte, hielt sie für weiter Nichts, als für eine Nachahmung der Doctorpromotionen auf christlichen Universitäten. David Gans (a. a. 0.) stellte dann die Vermuthung auf, man habe mit der Institution bezwecken wollen. Unberufene vom Lehramte fern zu halten.' Wenngleich־man nun nicht in Abrede stellen kann, dass die Semieha, einmal anerkannt, sich zu einem Kriterium für die Befähigung zum Rabbineramte gestaltete, so war dies doch nur ein Erfolg, nicht die ursprüngliche Veranlassung der Semieha. Es ist daher befremdend, dass'selbst Zunz (a. a. 0. S. 185f.) und Grätz (Bd. VIII, S. 12) die Vermutlhmg David Gans* noch aufrecht erhalten haben. Aus der Zeit des R. M. In kann sicherlich nicht ein Gesetzbeflissener Frankel, Monatsschrift, XIII, 10. 30