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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 10 · p. Seite 369

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 10
Article
Geschichte der Juden in Posen
Date
1864-01-01
Page
Seite 369 (sequence 9)
Language
German
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GrescHchte der Jaden in Posen* 369 wenig Bibelexegese and Grammatik zu verstehen. Die Blüthezeit der jüdischen Literatur war überhaupt ge? schwunden, und in Deutschland und Polen war kaum die Spur einer Nachblüthe wie in Italien und anderwärts zu merken. Der hocliaufstrebendc, der Philosophie und Dichtung zugewandte Geist der spanischen Juden war in Folge der Leiden geknickt und trieb höchstens in einer vereinzelten Persönlichkeit seine schwachen Keime. Sälomo Lurja, einer der hervorragendsten Vertreter des tälmudischen Studiums in Polen, spricht verächtlich von der Philosophie, wirft jedoch seinem nicht minder bedeutenden Zeitgenossen, Moses Isserls vor, dass er in seinen hebräischen Schriftstücken oft gegen die Grammatik sündige, und dieser ist seinerseits offen genug einzugestehen, dass er sich mit grammatischen Studien nie befasst habe* * * 7). Und da das Talmudstudium ganz ausschliesslich die Geister beherrschte, so ist die Ausartung desselben in den schwindelnden, spitzfindigen Pilpul, dessen Geburtsstätte die slawischen Länder, nur zu erklärlich. Die einsichdes R. Jonathan Eibenschütz gelangte noch vor ihr Forum. Mit dem Untergange eines selbstständigen Polenreiches verschwindet auch die Institution der Vier-Städte-Synode aus der Geschichte. 7) Salomo Lurja sagt von den philosophischen Schriften: וכד^י לעיין בהם בהליכות לבית הכסא (in שו״ת רמ״א N1-. 6). Daselbst wirft er Moses isserls vor: ובאלף מחילות יותר היה למר לעיין בחכמת הדקדוק כי כתביך הם חומה 8רוצה לרוב בנוכח ונסתר ונקבה וזכר ויחיד ורבים und letzterer gesteht im מימי לא למדחי חבטת הדקדוק. — In der Vorrede zu ים של שלמה wirft Salomo Lurja dem Maimonides vor, dass er seinem Sohne d|LS Studium desIbn־Esra empfohlen und ungünstig über die den philosophischen Bestrebungen abgewandten französischen Eabbinen geurtheilt habe! (Wie die neuere Kritik festgestellt gehört der dieses unwürdige Urtheil über die französischen Rabbi er enthaltende Brief nicht Maimonides an. Lurja war an sich im Rechte. Die Red.) Und döise Sprache führte ein Mann, der in gewissem Sinne freisinnig war (man sehe nur die Kr. 72 seiner Responsen) und seine Zeitgenossen hoch überragte, die, wie er sich ausdrückt, autoritätsgläubig sind, auf jedes geschriebene und gedruckte Won schwören und sich selbst durch die einleuchtendsten Einwände eines Zeitgenossen von ihren einmal gefassten Ansichten nicht abbringen lassen. (Zweite •Vorrede zu ים של שלמה)!

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