Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 9
- Article
- [Rezension] / St.
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 355 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Reeensionen und Anzeigen. 355 ' . V '; .. V■■■' ■ ■ ׳־...׳״■׳׳. ׳ I ׳ ’ ׳ ■ vermutheil, durchaus ausserhalb des Gesichtskreises der alten Welt liegt. — Die Bemerkung, dass der Nil das Land Kusch umfliesse, veranlasste ältere und neuere Erklärer zu der Annahme, dass unter dem Gihon der Nil zu verstehen sei, obwohl dieser immer unter anderen Namen in der Bibel erwähnt wird. Diese Schwierigkeit löst Spiegel vermittelst jener Stelle des Bundehesch, indem er beweist, dass unter dem Namen Gihon der J axarte8 verbunden mit dem Nil zu denken sei. V*;;CÄ־. In dem Bundehesch, der, wie Spiegel bemerkt', zwar spät niedergeschrieben ist, aber nur durch alte Urkunden bestätigte Angaben enthält, findet sich folgende Erzählung: Zwei Flüsse, der Arg-rot und der Veh-r.ot befinden sich an den zwei Enden der Erde, und der eine von ihnen fliesst von der nördlichen Gegend nach Westen, der andere nach Osten. Aus derselben Quelle, aus der sie entsprungen, flössen 18 Ströme hervor, von denen der erste Frät (Euphrat), der zweite Dagrad (Diglito, Tigris) genannt wird. ׳,.,r In dem Veh-rot findet Spiegel mit Gewissheit den Indus, der, vollständig der im Bundehesch vom Veh-rot gegebenen Be- Schreibung entsprechend, durch Sind fliesst und in Indien in'8 Meer fällt. Von dem Flusse Arg-rot wird berichtet: ״Arg-rot wird der Fluss genannt, der vom Arburdsch kommt und durch ein Loch der Erde, welches man Amece nennt, nach Egypten, welches* auch Me$r genannt wird, hinübergeht; dort nennt man ihn den Fluss Nil." Nur der Oxus und Jaxartes kommen aus dem Norden und fliessen nach Westen, und deshalb kann nur einer dieser beiden der Grenzfluss Arg-rot sein. Da es undenkbar ist, dass den Eräniern das Land jenseits des Oxus nicht bekannt gewesen sei, während es sehr leicht denkbar ist, dass ihnen die Gegend jenseits des Jaxartes ebenso oberflächlich bekannt war, wie die jenseits des Indus, so entscheidet sich Spiegel für den letzteren. Als sich später die Weltkenntniss der Eränier im Westen erweiterte, suchte man den Nil als Westgränze zu bezeichnen, und gab desshalb an, dass der Jaxartes unterirdisch mit demselben in Verbindung stehe. Durch diese Annahme fand man im Nil eine ebenso feste westliche Stromgränze, als man sie östlich von dem Indus hatte. Die Bernerkung, dass der Dagrad auch der zweite Veh-rot heisst, hat dar- M