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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 9 · p. Seite 353

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 9
Article
[Rezension] / St.
Date
1864-01-01
Page
Seite 353 (sequence 4)
Language
German
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Recehsiöneh; lndiÄnz eigen; *)r. ersteh Eäpitel:der Genesis grosse Äehnlichkeit mit Ideen des Avesta hätten. Sie behauptet nicht mit Bestimmtheit, dass die Semiten von den Eräniern alles entlehnten, sondern sie gibt zu9 dass es.schwer zu entscheiden sei, welchem Volke die Ursprung״ lichkeit der einen oder .der andern Mittheilung beigemessen werden dürfe. Sollte jedoch nicht auch diese Hypothese ein wenig verfrüht sein? Sollte es nicht zweckmässiger sein, die Entzifferungen der Keilinschriften abzuwarten, ehe man den Ergebnissen einer zwischen semitischen und eränischen Ideen angestellten Vergleichung Glauben beimisst? Doch, betrachten wir die uns von Spiegel vorgeführte Uebereinstimmung der Genesis und des Avesta, vielleicht ist dieselbe so schlagend, dass keine weiteren Entdeckungen im Stande sein werden, sie in Abrede zu stellen, — Wenn dies der Fall sein soll, so müssen die Angaben beider Bücher nicht nur formell, sondern insbesondere auch sachlich übereinstimmen. Semiten und Indogermanen vertheilen die Dauer der Welt in 4 Zeitalter. Der Hebräer bezeichnet die Schöpfung, die Entstehung der Menschen nach der Stindfluth und die Einwanderung Abraham'8 nach Kanaan als die drei ersten, und die Zeit nach dem Heimgänge der Erzväter als die vierte Periode. Nach Spiegel’s eigener Ansicht verdient die hebräische Fassung den V01> zug vor den andern, weil ihre 4 Weltalter dem Wesen nach ge> schieden sind, und weil man bei ihr noch deutlich die Gründe sieht, wesshalb 4 Weltalter und nicht mehr angenommen wurden. Es ist also kaum anzunehmen, dass die Hebräer nach einer von einem anderen Volke überkommenen Theorie ihre Weltalter schieden. So lange man aber zwischen der Periodentheorie der Hebräer und der anderer Volker keine weitere Ueberein- Stimmung aufgefunden, al# die aus8erliche der Vierzahl, kann man nicht nachweisen, dass sie von jenen auf diese, übergegangen sei. Wie nach der Erzählung der Genesis die Welt in 6 Tagen; so wurde sie nach der Mittheilung des Avesta in 6 Schöpfungs- Perioden erschaffen, die zusammen den Zeitraum eines Jahres betragen. Nach beiden Darstellungen bildet der Mensch den Gipfelpunkt der Schöpfung. Ursprünglich gut geschaffen, wird er hach der Genesis durch die Schlage, nach dem Avesta durch Ahriman mit seinen Devs zum Bösen verleitet. Frankel, Monatsschrift. XIII. 9. 27 t

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