Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 8
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 315 (sequence 3)
- Language
- German
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Recensionen und Auzeigen. 315 Der Verf. sucht in dem ״jehovistischen GesetzeSpuren des alten Stein- und Bauxnkultus und findet sie vor Allem in dem Verbot (Exodus 20, 22), die Altarsteine durch den Meissei zu entweihen. Also das ist Kritik, das ist gesunder Menschenverstand, dass derjenige Schriftsteller oder Gesetzgeber oder, wie der Verfasser sagt, Reformator, der den monotheistischen Kultus anordnet, die Heiligkeit der Steingottheit gleichzeitig hervorzuheben für nöthig hält! Ja, die monotheistischen Quellen können gar nicht scharf genug die Unentweihbarkeit des Steingottes betonen, dies beweisen die Stellen: Deut. 27, 6. Jos. 8 31, auf die der Verf. selbst aufmerksam macht. Sollte die Kritik, der gesunde Verstand nicht vor Allem das einfache Princip festhalten, dass es zu keiner Zeit vernünftige Wesen gab, die sich selbst in'8 Gesicht schlugen? Bemerkenswerth ist es auch, sagt Verf. (S. 20), dass das Wort §ur (צול) (Felsblock), das ein Synonym zu El (Gott) war, wie man ersieht aus dem Eigennamen Pedahgur, ״das Felsblock erlöste," (sic!) neben Pedahel, ״Gott erlöste" und Pedajahu, dieses auch in der jehovistischen Poesie geblieben ist. Und nun führt Verf.: Deut. 32, 30• 31 in seiner Uebersetzung an (״ihr Felsblock hat sie verkauft etc.") und fügt die wohl schwerlich irgend einem Laien unbekannte Bemerkung hinzu, dass ״die Alexandriner gur durch Gott übersetzen, wie sie gewöhnlich in den Liedern des zweiten Tempels (!), den Psalmen, thun, wo das Wort sehr oft in dieser Bedeutung vorkommt," Nachdem Verf. noch auf Gen. 49, 24, wo Gott: ״Hirt, Stein Israels" genannt wird, und auf Deut. 32, 18 hingewiesen hat, fährt er wörtlich also fort: ״Die Israeliten sind also einem göttlichen Felsblocke ent- Sprüngen, und das ist in der Tliat die echte, alte Vorstellung von der Entstehung des Volkes. Zur Zeit Jeremias’ war sie allgemein geltend., denn er spricht.(2, 27): Die zu dem Baume sagen, Du bist mein Vater, und (oder wie Verf, ״richtiger" übersetzen will: oder) zu dem Steine, Du hast mich erzeugt." Also entweder stammt Israel von einem Baume oder von einem Steine, anders konnte das alte Volk vor dem baby- Ionischen Exil seinen Ursprung sich gar nicht-gedacht haben,