Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 8
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 316 (sequence 4)
- Language
- German
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316 - - Recensionen und ■ Anzeigen. - Unserem vielleicht von dogmatischen Vorurtheilen befangenen;Verstände wollte es sonst bedünken, als ob. liierder Prophet den Götzendienst, d. h. die Anbetung der Gottheit in der Gestalt einer aus Holz oder Stein gearbeiteten Bildsäule. bis zu seiner letzten Gonsequenz und damit ad absurdum führen will,: vergl. des. 20 —9 ,44׳ und unzählige andere' Bibelstellen, 8. g. j.ehovisr tische Documente, um mit dem Verfasser zu reden. Aber unser Prophet Jeremias liefert zuf ällig auch Beiträge zur Alttestamentr liehen Kritik, wie uns der Verf. belehrt, denn er’(Jeremias) sagt nach des Verf. Uebersetzung: ״Was sagt ihr, wir sind weise, denn das Gesetz Jehova’s ist bei uns! Fürwahr, sehet,; der trügerische Stift der Schriftgelehrten hat es verfälscht." (Jeremias 8, 8.) Wir wollen mit Verf. weiter nicht darüber rechten, dass er eigentlich erst Esra mit seinen im (apokryphischen) vierten Buche Esra (welches der Verf., ohne es zu beweisen, sehr aljb nennt) erwähnten. Schnellschreibern zu Autoren des Pentateuchs und Reformatoren des Monotheismus macht, denn wir von unserem dogmatischen Standpunkte können ja wohl ohne Schwierigkeit den Propheten Jeremias mit divinatorisclier Vorherverkündigung von den zukünftigen Redactoren des Pentateuchs sprechen lassen. Aber nach den Auseinandersetzungen des Verf. müsste man meinen, dass sich der Prophet Jeremias mit den monotheistischen Fälschern in geheimnissvollem Einverständniss befunden und nicht aus der Schule geplaudert haben sollte. Doch reden wir weiter von den Bäumen und Steinen. ״Der zweite Jesajas, meint der Verf. (S. 21), macht uns zugleich mit dem Eigennamen jenes Felsblockes bekannt, dem die Israeliten entsprossen sind. Er sagt (51, 1 und 2): Schaut auf den Felsblock etc," Also Äbram ist der Felsblock und Sarai die Grube, in welcher der Felsblock gelegen, ״figürliche Rede ist es nicht, was aus den zwei so eben angeführten Stellen, die sehr bestimmt gehalten sind, hervorgeht." Und nun folgt das Weitere über Israels steinigte Abstammung, wie wir es oben in mÖgliebster Kürze angedeutet haben. Wieder trifft sich’s so eigen-, thümlich, dass derselbe jehovistische Schriftsteller, der den Götzendienst mit den Waffen des Spottes bekämpft, sich selbst in sein Netz verfängt, und Israel an seinen, vielleicht im Exil schon vergessenen , Steingott wieder erinnert!: . v