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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 8 · p. Seite 314

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 8
Article
[Rezension]
Date
1864-01-01
Page
Seite 314 (sequence 2)
Language
German
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314 ReceiisiÖiiehund Anzeigern ־ , nüng auf diesem Gebiete wunderte. Und doch versetzt der Autor obengedachten Werkes den Leser in Staunen, freilich in־ kein sehr angenehmes; der Unterzeichnete will versuchen, diesem Staunen hier einen schwachen Ausdruck zu geben. In der Einleitung spricht der Verfasser über die Geschichte der Bibelkritik seit Mitte des vorigen Jahrhunderts und meint, die Frage nach der Berechtigung der Kritik gegenüber der vorurtheilsvollen Dogmatik war einfach diese: ״Kann es eine Kritik geben und gibt es eine, oder ist dieselbe eben ein Unding? — Noch einfacher: hat der Mensch Recht, wenn er dasjenige zu besitzen glaubt, was er gesunden Verstand nennt, oder ist er hierin im Irrthum?“ Man wäre versucht, hierauf höchst einfach und sogar trivial zu antworten: Nicht jeder Mensch hat Recht, wenn er gesunden Verstand zu besitzen glaubt, und zu bedauern ist, dass ein Mann, der ihn auf anderen Gebieten glänzend bewährte, hier uns an seinem Ansprüche daran irre werden lässt, da er Abraham zu einem Felsblock und Sara zu einer Grube macht. ' Ja wohl, Abraham oder richtiger Abram (denn die Umwandlang des Namens ist nach dem Verfasser eine spätere Fälschung zu dem Zwecke, den ursprünglichen Steingott oder Gottstein Abram zu einem menschlichen Wesen zu erheben oder zu erniedrigen) war niemals ein Personenname, denn sonst müsste dieser unter den biblischen Namen doch einmal wenigstens wiederkehren; auch Sara oder vielmehr Sarai findet sich in allen 24 Büchern des Alten Testaments nicht zum zweiten Male. Allerdings ein schlagender Beweis, dass Abram und Sarai keine Personennamen sein können, sondern nur Götternamen! Nur hat der Verf. eines übersehen, dass nämlich Jizchak, Jakob, Mosche, Lea, Rachel, Schimeon, Dina u. s. w. ebenfalls ohne gleichnamige Gesellschafter in der Bibel, also auch ״Einzelne“ wie Abraham (Jech. 33, 24) und vielleicht auch nicht mehr und nicht weniger als ״einzelne Felsblöcke sind, aus denen ein Volk entsteht.“ Doch wir wollen den bunten Gedankengang des Verf. dem Leser etwas systematischer vorführen, damit er, auch ohne das Buch gelesen zu haben, uns nicht etwa in Verdacht halte, dass wir karikiren wollen.

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