Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 8 · p. Seite 308

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 8
Article
[Rezension]
Date
1864-01-01
Page
Seite 308 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2829132-2829304-2829313-2860661--08629-2860710
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Rebehsioneil und 'Ahzbigem karg zugemessen wird, wie dies leider in jenen ßeligionsschulen der Fall ist, die sich den Gymnasien, den Real- und Hauptschulen, als Supplement, anschliessen. Was den philologischen Standpunkt betrifft, so findet sich in beiden Spraclibüchern Manches, das sich als Reminiscenz früherer Anschauungen beurkundet und mit dem fortgeschrittenen modernen Standpunkte der Philologie durchaus nicht vereinbaren lässt. So lesen wir im "49 § “תלמלד: ,,Es gibt שרשים im נפעל mit der Bedeutung des קל, weil man sie im קל nicht findet. ..... Es gibt □שלשי im פעל mit der Bedeutung des קל, weil man sie im קל nicht findet." — Eben so heisst es im משנן״“ (Seite 29 in der Anmerkung): ״fehlt das קל, so bezeichnet הפעיל ,פעל ,נפעל oder ההפעל den reinen Begriff der Thätigkeit.“ — Das klingt nun eben so, wie die Behauptung, dass die Media im Griechischen und die Deponentia im Lateinischen desswegen active Bedeutung haben, weil ihre active Form fehlt, was doch offenbar falsch ist, da viele Media und Deponentia die Integrität ihrer Activa neben sich, dulden, wie dies ja auch im Hebräischen der Fall ist. (Vgl. נלחם neben נקרב ,לחם neben קרב♦) Die Grundsätze, denen der sprachbildende Geist bei der Bildung der Media und Deponentia gefolgt ist, lassen sich zwar nicht überall ermitteln, so viel lässt sich jedoch mit grosser Wahrscheinlichkeit annehmen, dass alle passive Formen ursprünglich auch nur passive Begriffe bezeichneten, z. B. gravor, ich werde beschwert (trage Bedenken); vehor, ich werde getragen (reite); videor, ich werde gesehen (scheine). Eben so bildet die hebräische Sprache von Nominibus eine ־ נפעלForm zur Bezeichnung eines passiven Verhältnisses, wie י נשקף er ist überwölbt worden (von שקף Fenster- Wölbung), d. h. nahm den Fensterraum derart ein, dass er von der Decke desselben überwölbt wurde (hinausschauen), (vgl. das oberdeutsche fenstern, Personen am Fenster besuchen); נפעם, eigentlich: er ist zum Ambos (פעב) geworden/) vom mach- *) Oder, wenn man lieber will, von רפעמן Glocke, Schelle; vgl. לבי למלאב כחללים יהמה (Jerem. 4836 י), daher am häufigsten von Gemüthszuständen., wie נבהל ,נאנק ,נאנח u. a. m.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.