Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Scholien und Emendationen zum Texte des Talmud
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 269 (sequence 6)
- Language
- German
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zum Texte des Talmud. : ■ Mö'M'Ä ältesteri nachbiblischen Sagen^) und den Legenden des Mittelalters, und das Schwert des Scharfrichters scheint er nach dem über die BaäTspfaffen gehaltenen Gerichte für immer abgelegt zu haben*). Wie sollte er jetzt plötzlich das Schwert wieder ergreifen und einen Menschen tödten, der, wie כלהרש״א bemerkt, allerdings רשע genannt wird, aber doch noch nicht die Todesstrafe verdient hat? Das Erklärungsmittel, welches כלהרש״א an״ wendet, bringt aber den Namen des Elias noch mehr in'8 Gedränge: Es soll nämlich das אידמי ליה כטייעא heissen, der Sünder sei dem Elias als Araber erschienen, und deshalb habe er ihn getödtet! Diesem nach würde der vom Himmel kommende, mit übernatürlichen Kräften der Wissenheit begabte Prophet wie ein gewöhnlicher Mensch Opfer seiner Sinnenttäuschung werden können. Ausserdem kommt die Redensart 'אירכלי ליה כן bei Elias oft genug im Talmud vor, um keinen Zweifel aufkömmen zu lassen, dass von der eigenen Metamorphose die Rede ist. Bedenken wir nun noch, dass das verbum הלף sonst nicht von der Erscheinung Elias, sondern das v. אתא (seltener בלא) gebräuchlich ist, vollends da ״ הלףvorübergehen“ nicht der entsprechende Ausdruck für den Himmelsboten ist, welcher bei jeder Handlung eine Mission erledigt. Wohl aber passt ein 801eher Ausdruck für den handeltreibenden Araber, der bei seinem Herumziehen hier vorüberging; und für solchen passt auch die Anrede in arabischer Sprache, durch welche Aruch das בדובר (so liest er nämlich, mit Bet) erklärt. Nach dem Gesagten würde eine kritische Ausgabe des Talmud kein Bedenken tragen braueben, die Lesart der Alten in den Text zu nehmen, der neueren aber einen Platz am Rande anzuweisen4 5). Es bleibt nur noch die Frage, was den gelehrten Neuerer bewogen haben mag, mit der Einmischung Elias’ die Erzählung zu würzen? Es scheinen zwei Thatsachen dabei zusammenge- 4) Selbst die ihm zugeschriebene Strafvollstreckung bei einer Mesalliance (Kidduschin 70) zeigt, dass man seiner Güte keine harte Züchtigung überträgt, .. *) Vgl. hierüber vor. Jahrg., Der Prophet Elia in der Legende von S. K. (Kolm). D. R. 5) Die in Berlin erscheinende kritische Textes-Ausgabe ändert jedoch kein Jota am Texte selbst, sondern gibt die Varianten am Rande an, ein Verfahren, wie es bei Herausgabe der Bibel üblich ist.