Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Historischer Überblick über die Codificationen des Halachastoffes, von ihren ersten Anfängen bis zu ihrem letzten Abschlusse
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 258 (sequence 18)
- Language
- German
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258 Die Codification des Halachastoffes. /Codex bat im Allgemeinen die Foto! des Tur, 1m Besöb‘- deren die des Jaä ha-chasaka. Jede Halacha zerfällt uämlieh wie beim Tur in einzelne , sogenannte ״Zeichen“ סינלנים, doch ist im Schulchan-Aruch der Inhalt derselben als 17obersehrift an die Spitze gestellt, während dagegen im Tur die einzelnen Halachot des סימן ungetrennt nebeneinander gestellt sind, zerfällt itn Schulchan-Aruch jeder .סימן nach dem Muster des Jad ha-chasaka in mehrere kleine Halachot, die hier ,,Zweige" סעיפים heissen. — Ein jüngerer Zeitgenosse des R. Joseph Caro, der ob engenannte Verfasser des Compendiums תורת חטאת, R. Mose ben Israel (aus Krakau), daher Isserels genannt (gest. 1073), schrieb auch ein Glossarium zum Tur und dessen Commentar, den! בית יוסף, und soll mit dem Plane umgegangen sein, einen dem Bedürfnisse seiner Zeit entspreebenden Codex zu verfassen, als R. Joseph ihm zuvorkam. Er begnügte sich damit, die Resultate seiner Glossen, insofern diese von den Normen des 8chuicban-Amch abwichen, hinter dieselben zu stellen, so dass man von ihm sagte, er habe auf den von R Joseph geordneten Tisch die Decke gelegt, und Spätere ihn davon auch ohne Weiteres בעל המסה nennen. Die Glossen des רמ״א im Schulchan-Aruch sind mit wenigen Ausnahmen von dem Streben geleitet, die erschwerende Seite zur Geltung zu bringen. Seine Normen sind besonders in Polen und Deutschland als massgebend angenommen worden. Der nun so ergänzte Codex wurde als unumstössliche und unabänderliche Autorität für die Praxis angenommen, und mit demselben oder vielmehr nach seiner allgemeinen Verbreitung beginnt eine neue Richtung in der Lehrweise. Das rein dialektische Element gewinnt die Oberhand über das didaktisch-methodische, die Dialektik beherrschte die talmudischen Hochschulen und Lehrhäuser. So war denn ein Jahrtausend nach dem Abschlüsse des Talmud wiederum ein Abschluss des in demselben Enthaltenen, im Vereine mit dem aus ihm Erzeugten, zu Stande gekommen. Der Schulchan-Aruch verschmelzt die tausendjährige Arbeit der nach talmudischen Geschlechter mit der der Tanäim und Amoraim, ja mit dem Gottes-