Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Historischer Überblick über die Codificationen des Halachastoffes, von ihren ersten Anfängen bis zu ihrem letzten Abschlusse
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 245 (sequence 5)
- Language
- German
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'־י Die Codifi-catiön des Hälachastüffes. 245 rers R. Isaak zum Grundtext des Werkes gemacht, weh eh es einen Theil der Speise- und Ehegesetze, die Sabbate gesetze und einige andere Ritualien in folgender Weise behandelt. Die allgemeine Bekanntschaft mit der Quelle wird vorausgesetzt, aber die zur Norm gehörende Diseur sion in abgekürzter Form derselben vorangestellt. Ist jedoch die Discussion eine längere, mehrere Normen aus sich erzeugende, so wird sie gewöhnlich vollständig mit den dazu gehörenden Oommentarien und den sich an? schliessenäen Controversen nachtalmudischer Autoren mitgetheilt, die aus ihr resultirenden Normen aber in einem von der Discussion auch äusserlich gewöhnlich durch Zah?״ len getrennten Folgesatze nach ihren verschiedenen Sei? ten auseinändergesetzt Die Deductionsweise schliesst sich wie Sprache und Ausdruck eng an die Tosafot an, ja es sind ganze Partien derselben dem Werke einverleibt, welehes daher ein gutes Regulativ für Emendirung mancher corrumpirter Stellen bietet. — Ein Schüler dieses R. Barueh und des berühmten R. Simson ben Abraham (רש״פא in Tosafot) aus Sens, R. Mose aus Concy, der eine der anziehendsten Erscheinungen, verfasste um 1250 einen Codex, den er ״Das grosse Buch der Gesetze4 (ס0ר פיצוח תדו^, abbrevirt סט״ג) nannte. Dieses Buch ist aus in vie? len spanischen Gemeinden von R. Moses gehaltenen Vorträgen entstanden. Diese Vorträge hatten den Zweck, die Zuhörer mit den Religionsgesetzen bekannt zu machen, daher denn ihr Inhalt halachisclier Natur; zuweilen ging den halachischen Auseinandersetzungen eine halachische Einleitung voraus8). Seine Freunde forderten ihn auf, die Vorträge herauszugeben, wozu er sich denn durch eine Traum er scheinung bewegen Hess, die ihm zugleich rieth, das Buch in zwei Theilen erscheinen zu lassen, was R. M. dahin deutete, dass Ge- und Verbote je in einem besonderen Theile behandelt werden sollen^). Dies thut er nun Auf folgende Weise. Er stellt ein Gebot an die Spitze, 8) Eine solche Einleitung ist ,die Toms de zum zweiten Theile des Buches. •) Vorrede zum ersten Theile.