Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Historischer Überblick über die mannigfachen Codificationen des Halachastoffes, von ihren ersten Anfängen bis zu ihrem letzten Abschlusse
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 205 (sequence 5)
- Language
- German
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^3־Di"^r-'jG;ääii &־ca ti־^־ eÄ'־-־:--Öäia' c3ä^st:d.£re־is t; ■ 205 Codex des Halachastoffes; zu Stande gekommen. Hervorgegangen aus dem Streben, die Tradition zu bewahren, bezeichnet er den Scheidepunkt zweier Epochen in der Entwickelungsgeschichte der jüd. Tradition; er stehet an der Grenze zwischen dem dahinscheidenden Tana’im- und dem auf blühenden Emoraimgeschlecht, für das er den Ausgangs- und Anknüpfungspunkt für das Studium des Gesetzes bildet. Wie aber die Mischna in ihren ersten Anfängen nicht für die Praxis angelegt, sondern aus dem sich als Selbstzweck setzenden Studium des Gesetzes hervorgegangen war, so konnte auch die Zusammenstellung ihrer Resultäte den Anforderungen einer späteren Zeit an einen Codex nicht genügen. Wenn man auch nicht annehmen kann, dass das Bedürfniss nach einem solchen Codex allein das Studium der Emoraim bewegt hat, so lässt sich doch nicht leugnen, dass das Leben mit seinen stets wech- 8 ein den Formen und Bedürfnissen stets neuen Stoff bietet, und so war denn der geistigen Thätigkeit der nun folgenden, fast vier Jahrhunderte umfassenden emoräischen Epoche ein weites Feld geöffnet. Auch sie. hat geblüht, reife Früchte gezeugt, aber auch sie konnte dem Verfalle nicht entgehen, und die letzten Emoraim sahen wohl ein, dass sie den Talmud, so hiess nämlich das Gesetzesstudium seit dem Abschluss der Mischna, nur durch Schriftliehe Fixirung und Abschliessung vor Ausschreitungen und Untergange sichern konnten. R. Aschi und Rabina begannen das ungeheure Werk, aber die Zeit zum Abschlüsse war noch nicht gekommen, denn R. Aschi und Rabina selbst wie ihre Söhne waren productive Geister, und ihnen wie manchen ihrer Zeitgenossen verdankt der Talmud manche Bereicherung. Die sogenannten Saburäer, welche eigentlich die letzten Ausläufer der Emoraim sind und deren Spuren sich häufig genug im Talmud finden, setzten die Redaction fort, bis sie endlich, wahrscheinlich von den ersten Geonim (vgl. weiter) vollständig abgeschlossen wurde. Aber der Talmud enthält nicht blos wie die Mischna Normen über die Gesetzesfragen, sondern er ist das Lebensbild des jüdischen Volkes während eines meh-