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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 6 · p. Seite 203

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 6
Article
Historischer Überblick über die mannigfachen Codificationen des Halachastoffes, von ihren ersten Anfängen bis zu ihrem letzten Abschlusse
Date
1864-01-01
Page
Seite 203 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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׳■ ׳ Die Oodification des Halachaötoffes. NÖchrwär aber nicht die Zeit zu einem Abschlüsse 203 Die Schüler des R/Akiba hätten ein neues Leben in das Gesetzesstudiurn gebracht, die productive Kraft der Geister war noch nicht erloschen , und daher kam es jetzt nicht zu einem die ganze Arbeit, der Tanairn umfassenden Schlusswerke. Erst als durch den Druck mannigfacher Leiden auf Geist und Gemütli die unmittelbare Schöpferkraft, zu versiegen drohete, erwachte in den letzten Gliedem des lanaimgeschlechtes die Ueberzeugung, dass, soll der heilige Nationalschatz, die Tradition, und die auf derselben beruhenden und sie ergänzenden Lehre der Tanaim, vor dem Untergange bewährt werden, eine feste, von der Gesammtheit getragene Stätte gegründet werden müsse. Der durch seine wissenschaftliche und politische Stellung hervorragende R. Jehuda Hanasi unternahm es, den bis zu seiner Zeit angehäuften, zum grössten Th eil in den Geistern allein vorhandenen Traditions- und Lehr- Stoff zu sammeln und schriftlich zu fixiren4), indem er sein Augenmerk besonders auf die von R. Akiba und dessen Schüler R. Meir bereits begonnene Ordnung der Mischnä richtete, es seinen Schülern überlassend,, die neben derselben einhergehenden Additamenta ihrerseits zu redigiren. Doch hat auch durch R. Jehuda die Mischna noch nicht ihren völligen Abschluss erfahren; erst als mit ihm der letzte der Tanäim gestorben war, vollendeten seine Schüler sein Werk, indem sie noch Manches in der letzten Zeit Entstandenes hinzufügten. Die Absicht des R. Jehuda war vor Allem, die Tradition und die Lehre vor dem Untergange zu bewahren, näehstäem aber auch die feste Norm für die Praxis, die Halacha, aus den vielen dissentirenden Meinungen, die sich besonders seit der Auflösung des Synhedrium geltend 4) Abgesehen davon, dass es fast gar nicht denkbar ist, wie E. Jehuda die Mischna mündlich so hätte ordnen können, dass sie vor Verwirrung-und Vergessenheit geschützt gewesen wäre, spricht auch dafür, dass ß>. Jehuda sie aufgeschrieben, der Umstand, dass sonst die so dankbare jüd. Geschichte gewiss den!Namen dessen, der dieses Verdienst sich erworben, mit Anerkennung genannt hätte. Vgl. hierüber und das weiter Folgende Frankel a. ä. 0. K. 3. 4, 16*

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