Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zur Geschichte jüdischer Ärzte in Österreich
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 196 (sequence 3)
- Language
- German
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196 '■ Ähalekteri.; v-' ־'׳;׳ . ׳•■ יי' diesen mein: ,,Zur Geschichte der Juden in Worms״) war der Arznei-Doctor Aron. Diese machten jedoch wahrscheinlich ihr ei Studien nicht auf der Wiener oder einer anderen Österreich!- sehen Universität*). Man betrachtete die Kunst für ein Handwerk und machte aus derselben ״ einen Spaten, um damit zu graben.“ Reminiscenzen dieser Richtung fanden sich noch in neuester Zeit vor, und im Jahre 1842 verlangte der damalige Professor Rosen, dass den jüdischen Aerzten die Praxis nur unter Juden gestattet sein sollte (vgl. mein: 18. A. Mannheimer, . eine biographische Skizze). Die jüdischen Aerzte, die vor und während der Regierungszeit des Kaisers Joseph II. in Wien practicirt, hatten an anderen Universitäten ihre Studien gemacht. Eine Verordnung vom 10. April 1773 setzte zwar fest, dass nur diejenigen Aerzte, welche an der Universität graduirt wurden, in den ge s am inten Erblanden practiciren dürfen, und in solcher Weise wurden alle anderen Aerzte, die nicht in Wien promovirten, von der Praxis ausgeschlossen; eine allerhöchste Resolution vom 21. Sept. 1783 bestimmte jedoch, dass alle Universitäten gleich seien; In 801eher Weise wurde der Wiener Universität das Privilegium genommen und dieselbe den anderen inländischen Universitäten gleichgestellt**). In Folge der von dem Gesetze den Juden ausdrücklich gegebenen Erlaubniss, an Universitäten studiren und daselbst promoviren und dann practiciren zu dürfen, begannen die Juden sich dem Universitätsleben mehr zuzuwenden. Es ist natürlich, dass sich dieselben der medicinischen Facultät zuwendeten. Einerseits war das Bedürfniss nach jüdischen Aerzten vorhanden, und andererseits konnten eben deshalb jüdische Aerzte auf Erfolg rechnen. Während das Studium der Philosophie keinen Broderwerb in Aussicht stellte und Jurisprudenz zu jener Zeit *) Wir erinnern übrigens an die Familie Meor Katon, welche in Wien Aerzte waren. Wir glauben übrigens, dass ein grosser Theil jüdischer Aerzte jener Zeit nicht an Universitäten studirte, und reichte es hin, um Chirurg zu sein, in einer Barbierstube practicirt zu haben und von dem Besitzer derselben eine Bescheinigung darüber zu erhalten, um dann selbstständig zur Ader zu lassen, Schröpf köpfe zu setzen etc. **) Diese Verordnung wurde später wieder aufgehoben. I