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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 5 · p. Seite 191

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 5
Article
Über die Begriffe von Substanz und Accidens in der Philosophie des jüdischen Mittelalter
Date
1864-01-01
Page
Seite 191 (sequence 8)
Language
German
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IRI
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in der Philosophie des jüd; Mittelalters. 191 zali (fast 2 Jahrh. nach Sulami) war ein eifriger Vertheidiger der kelamis tischen Theorie von der Schöpfung der Accidenzen, während Ibn-Roschd sie auf’s Heftigste bekämpfte4). Können wir mithin mit Dukes behaupten, jene Stelle in der Schrift Schiur Koma, welche besagt, Gott sei nicht nur Schopfer der Körper, sondern auch der Accidenzen, sei nur gegen Al-Sulami gerichtet gewesen? — Keineswegs! Die Stelle ist bl08 eine von den vielen kelamis tischen Theorien, die auf jüdischen Boden hinüber verpflanzt worden sind. Bekanntlich hatten die Gaonen die Lehrsätze des Kelam so sehr auf sich einwirken lassen, dass sie selber mit zu den Mutakallimun gezählt wurden. Auch sie hielten es daher als die Allmacht Gottes beschränkend, zwischen Gott und Welt ein Naturgesetz zu stellen. (Man lese hierüber Schern Tob Palquera, More ha-More p. 56.) Noch im Anfänge des 18. Jahrhund. (1709) hatte David Nietö nachzuweisen gesucht, dass es keine ״Natur," oder vielmehr keine natura naturans gebe, sondern dass Alles unmittelbare Wirkung Gottes sei (s. R. G.A. des Lewi Aschkenasi Nr. 18). Dass der Aristoteliker Maimuni auch in diesem Punkte ein entschiedener Gegner des Kelam ist und die Lehre von der Schöpfung der Accidenzen verwirft, ist leicht begreiflich; aber eigentümlich ist es, dass der Kantianer Salomon Mairnon sich hier auf die Seite der Mutakallimun stellt5). Noch in einem anderen Punkte divergirten, in Beziehung auf das Accidenz, die Mutakallimun von den Aristotelikern. Letztere nämlich behaupteten, das Accidens brauche nicht gerade eine Substanz zu seinem Träger, sondern könne auch von einem anderen Accidens getragen werden. So ist die Zeit das Accidens der Bewegung, welche letztere wieder nur ein Accidens des sich bewegenden Körpers ist. — Dagegen lehrten Jer^g: Ein Accidens könne nicht der Träger des anderen sein, sondern jedes Accidens müsse unmittelbar von einer Substanz getragen werden6), «— ein Lehrsatz, den auch Saadia annahm, um dadurch die Substantialität der Seele zu erweisen7), und ebenso auch Aron ben Elia8). 4) Vgl. Munk, Le guide I, pag. 392. 5) s. גבעת המורה zu More 1, 73. 6) More a. a. 0. Prämisse IX. Vgl. More II, 13. 7) Emunot VI, 1. , 8) Ez chajim c. 106.

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