Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Über die Begriffe von Substanz und Accidens in der Philosophie des jüdischen Mittelalter
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 190 (sequence 7)
- Language
- German
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190 lieber die Begriffe yan^Substanz aiad Acciilens Für diese ganz eigenthümliche kelamistisciie Theorie gibt es nach Maim. aber nur die folgende Erklärung: ואשר הביאם לוה הדעה הוא שלא יאמר שיש טבע נמצא כלל ושוה הגשם גוור טבעו שישיגהו מן המקרים כך וכך אבל רוצים לומר שהשם ית' ברא אלו המקרים עתה בלי אמצעית טבע. Die Aristoteliker, die dagegen alle ein Naturgesetz an erkannten, verwarfen auf’s Entschiedenste diese kelamistische Theorie von der Schöpfung der Acciclenzen, und Ihn Ab ad Al- Sulami, der zu den entschiedensten Kadarija und mithin zu den Gegnern der Mutakallimun gehörte, behauptete daher bei Scharasten3): ״Gott habe nichts anderes ausser den Körpern geschaffen, denn was die Accidenzen betreffe, so entständen sie durch das, was die Körper aus sich selbst hervorbringen, entweder aus Naturnothwendigke.it, wie z. B, das Feuer das Brennen und die Sonne die Hitze, oder aus freiem Willen, wie z. B. die T hie re die Bewegung." Dieser Meinungsstreit hat lange gedauert, er zieht sich durch die ganze Geschichte der arabischen Philosophie. Noch Al-Gapante Aelmlichkeit zwischen dieser kelamistisclien Theorie und dem von dem Cartesianer Arnold Geulinx (gest. zu Leyden 1669) degründeten 0 ccasionalis mus •herrsche. —- Die Bewegung in meinen Gliedern, sagt Geulinx, erfolgt nicht auf meinen Willen, es ist nur Gottes Wille, dass diese Bewegungen erfolgen, wenn ich will. Gott hat die Bewegung der Materie lind die Willkür meines Willens so unter einander verbunden, dass, wenn mein Wille will, eine solche Bewegung erfolgt, als er will, und wenn die Bewegung erfolgt, der Wille sie will, ohne dass sie jedoch ineinander einwirken oder einen physischen Einfluss gegenseitig auf sich ausüben. Im Ge gentheil, wie die Ueb er einstimm ung zweier Uhren, die ganz gleich gehen, so dass, wenn die eine, auch die andere die Stunden schlägt, nicht von einer gegenseitigen Einwirkung, sondern nur daher kommt, dass beide gleich gerichtet oder gestellt wurden: so hängt die Uebereinstimmung der Bewegungen des Körpers und des Willens nur von jenem erhabenen Künstler ab, der sie auf diese unaussprechliche Weise miteinander verbunden hat. Denn jede Wirkung, jede Handlung, die Aeusseres und Inneres verbindet, ist nur eine unmittelbare Wirkung Gottes (S. Schwegier, Geschichte der Philosophie, S. 103). Dieser Geulinxische Occasionalismus hätte also die auffallendste Aelmlichkeit mit dem kelamistischen אל5עארח*. Von Leibnitz wurde der Occasionalismus bekanntlieh zur prästahilirten Harmonie ausgebildet, b) a. a, 0.