Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Über die Begriffe von Substanz und Accidens in der Philosophie des jüdischen Mittelalter
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 189 (sequence 6)
- Language
- German
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in? der Philosophie des jüd. Mittelaltersi 189 Gott habe nur die Substanzen erschaffen und nicht die Accidenzen. Wohl sei diese Behauptung an sich ganz sonderbar, aber genug, sie existirte — und es liege mithin ganz nahe, zu denken, dass der aus Schiur Koma, citirte Satz nur gegen Al-Sulami gerichtet war. Ist diese Conjectur richtig, meint Herr Dukes ferner, so könne dieselbe auch beitragen, annäherungsweise das Alter der Schrift Schiur Koma zu bestimmen, indem Al-Sulami ein Zeitgenosse Saadia’s war. Diese scharfsinnige Conjectur ist jedoch durchaus nicht stichhaltig, wie wir hier zeigen wollen. Die Frage, ob Gott auch Schöpfer der Accidenzen sei, bildete in der arabischen Philosophie einen wichtigen Streitpunkt zwischen den Anhängern des Kelam und den sogenannten Philosophen oder Aristotelikern. — ״Die Schöpfung der Accidenzen“ °), so hiess nämlich eine von den Hauptprämissen des Kelam, dessen Anhänger, wie wir oben sagten, jedes Naturge setz und überhaupt jedes Causalitätsgesetz in Abrede stellten, um nicht die Allmacht Gottes dadurch zu beschränken. Ja, sie sahen eine Blasphemie darin, zu behaupten, es gebe einen Vorgang in der Natur, der nur mittelbar, durch das Intermedi um eines Naturgesetzes, von Gott ausgehe. Wenn z. B. das Feuer brennt, so liege dieses Brennen keineswegs in der Natur oder in dem Wesen des Feuers, da es doch keine Natur der Dinge gebe, sondern Gott erschaffe jedesmal eigens dieses Brennen und füge es dem Feuer als Accidens hinzu. — ״Wenn der Mensch eine Feder bewegt, lässt Maimuni1) die Mutakallimun sprechen, dann ist es nicht der Mensch, der dieselbe bewegt, sondern diese Bewegung ist ein Accidens, das Gott in der Feder entstehen lasse. Ebenso ist auch die Bewegung der Hand, welche letztere unserer Meinung nach die Feder bewegt, nur ein Accidens, das Gott in der Pfand entstehen lasse. Gott hat es jedoch als eine Art Gewohnheit (מנהג arab. ,אלעאדך) eingerichtet, dass die Bewegung der Hand zusammentreffe mit der Bewegung der Feder, ohne dass die Hand irgend welchen Einflus8 ausübe auf die Bewegung der Feder2).“ 9) בריאת המקרים) כלק אלאעראץ) More 1, 73, Prämisse vi. r) a. a. 0. 2) Wir können nicht unterlassen, hier zu bemerken, welch frap-