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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 5 · p. Seite 187

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 5
Article
Über die Begriffe von Substanz und Accidens in der Philosophie des jüdischen Mittelalter
Date
1864-01-01
Page
Seite 187 (sequence 4)
Language
German
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.mürrischen Logik9) nicht mehr Accidens, sondern ״Eigenthümlichkeit“ (סגולה) genannt. in der Philosophie des jüd; Mittelalters. 187 Aron ben Elia1) kennt einen vierfachen Unterschied zwisehen Substanz und Accidens: a) Ohne die substantielle Eigenschaft kann ein Ding als solches gar nicht gedacht werden, so ist der Begriff Mensch gar nicht zu denken, wenn nicht seine substantielle Bestimmung, durch die er eigentlich Mensch wird, nämlich seine Vernunft, vorausgedacht wird; während hingegen das Accidens zur Feststellung eines Dingbegriffes durchaus nicht erforderlich ist. b) Das substantielle Merkmal muss aber auch objectiv früher vorhanden sein, als dessen Träger, was bei dem Accidens jedoch gerade umgekehrt der Fall ist. c) Bei der wesentlichen Eigenschaft lässt sich keine Ursache angeben, warum sie so und nicht anders ist. So können wir nicht angeben, warum der Mensch ein denkendes Wesen, oder warum Vier eine Zahl ist, das Accidens dagegen lässt gar wohl eine solche Erörterung zu, denn so können wir erklären, warum ein Kleid diese oder jene Farbe habe, d) Mit dem Aufhören der substantiellen Bestimmung hört auch deren Träger auf zu sein, was er gewesen, wie sich z. B. Brot in Blut um wandelt2), wechselt jedoch eine accidentielle Bestimmung mit einer anderen, so bleibt die Sache dennoch immer dieselbe, wie das Kleid immer Kleid bleibt, wenn auch dessen Farbe wechselt. Ganz wesentlich weichen hiervon die Schulen der Mutakallimun ab. Diese lehrten nämlich, dass es gar keine substantiellen Bestimmungen oder Eigenschaften der Dinge gebe, sondern dass selbst die natürlichen Formen blosse Accidenzen seien3). Und es war dies eine nothwendige Con- Sequenz eines anderen, bei ihnen gleichsam obersten Lehrsatzes, dass nämlich alle Dinge aus wesentlich ganz gleichen Atomen bestehen, so dass aller Unterschied unter den Dingen nur ledig- 9) a. a. 0. — Ebenso nennt auch Aron ben Elia, Ez Chajim c. III. das Lachen eine היות האדם — סגולה צוחק בטבע הוא תוארו המקרי והוא סגולתו• Ebenso schreibt Joseph Aibo, ikk. 11, 17: ומה שאמרו חכמי המחקר שאדם שוחק בסגולה. ג) a. a. 0. 2) אמור שהלחם יחיה דם — vielleicht ist dieses Beispiel mit Bezug auf das bekannte christliche Dogma gewählt. 3) S. More I, 78, Prämisse 8.

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