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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 5 · p. Seite 186

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 5
Article
Über die Begriffe von Substanz und Accidens in der Philosophie des jüdischen Mittelalter
Date
1864-01-01
Page
Seite 186 (sequence 3)
Language
German
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186 Ueber die Begriffe von Substanz und Accidens Gewöhnlich nannte man aber die letztere nur schlechtweg die ״Form.“ Denn Form im philosophischen Sprachgebrauehe ist nicht die Bezeichnung für die äussere Gestalt, sondern für die innere charakteristische Wesenheit eines Dinges5). So ist die vegetative Kraft die Form der Pflanze, und eine abgepflückte Blume, obschon sie noch ganz die Gestalt, den Farbenglanz und den Duft einer Blume behalten hat, dieweil ihr aber die Kraft des Wachsthums, also die innere Wesenheit derselben, verloren gegangen, darum ist sie mehr keine Blume der Form nach. Das jeder Gattung als solcher zukommende charakteristisehe Merkmal bildet die wesentliche Eigenschaft, mithin die Form derselben, während dagegen ein Merkmal, das in derselben Gattung nur ein Individuum von dem anderen unterscheidet, nicht als wesentliche Bestimmung, sondern blos als Accidens zu betrachten ist. So definirt es uns Jehuda ha־Levi: ״Weinrebe und Palme unterscheiden sich nicht durch Aecidenzen, sondern durch Formen, die eine jede zu einem besonderen Wesen inadien, wohl aber unterscheidet sich Rebe von Rebe und Palme von Palme durch Aecidenzen. Die wesenhaften Formen haben keinen Unterschied in Mehr oder Minder, das eine Pferd ist nicht weniger pferdhaft als das andere, so wenig wie ein Mensch mehr menschhaft ist als ein anderer, denn die Begriffsbestimmungen des Pferdhaften und Menschhaften gehen alle ihre Individuen an1׳*).“ Die scholastischen Logiker hatten das Accidens gar vielfach eingetheilt7) — die Logik des Maimuni jedoch unterscheidet nur zwischen trennbare und untrennbare Aecidenzen8). 80 ist z. B. die Wärme beim Feuer ein untrennbares, hingegen beim glühenden Eisen oder Stein ein trennbares Accidens. Jede zwar nicht wesentliche, aber doch nur den Individuen Einer Gattung eigene Bestimmung, wie das Lachen oder der aufrechte Gang beim Menschen, wird, wie bei den Scholastikern, in der maiö) Vergl. über den Unterschied zwischen צורה und תואר Maim. יסודי התורה iv, 8; More 1, 1;9 טי^ות מיון. 6) Kusari V, 4. T) 6. hierüber Ludovic., Vestigia logicae Peripatetic. quantuni ad doctrinam de accidente. 8;- מקרה .קים und מקרה נפרד, Miiot lüg. c. x.

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