Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Über die Begriffe von Substanz und Accidens in der Philosophie des jüdischen Mittelalter
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 185 (sequence 2)
- Language
- German
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in der Philosoptiie des Mittelalters. 185 \ bald jene Eigenschaften anhaften. Substanz soll nun Das bezeichnen, was an sich selbst unabhängig von den Bestimmungen ist — das in dem Wechsel der Eigenschaften Beharrliche und Bleibende, dagegen Accidens die der Substanz anhaftenden, inhärirenden Bestimmungen. Worin dieses im Wechsel der Bestimmungen Bleibende, den Accidenzen zu Grunde Liegende, bestehe, ferner ob überhaupt solch ein Substrat in der Wirklichkeit bestehe, oder ob es ganz ohne objective Realität, blos eine von den subjectiven Denkformen sei, an die der menschliche Verstand gebunden ist — über diese Fragen bildeten die verschiedenen Schulen, Cartesius, Locke, Leibnitz, Kant, Herbart, ihre verschiedenen Theorien. Dass einige dieser Fragen von solch grosser metaphysischen Tragweite auch schon die jüdische Philosophie des Mittelalters beschäftigten, ist zur Genüge bekannt, nur bestanden damals für dieselben Begriffe nicht auch dieselben Bezeichnungen. Auch die Ausdrücke Substanz und Accidens1) haben da einen ganz anderen Sinn. * Beide nämlich bezeichnen da blos die Prädikate, die Merkmale oder Eigenschaften eines Dinges. Jenes aber bezeichnet nur eine solche Eigenschaft, die zum Wesen eines Dinges, zu seiner Definition gehört; dieses hingegen die blos zufällige, nichtwesentliche Eigenschaft desselben, die ihm deshalb auch fehlen oder sich verändern könnte, ohne dass das Ding aufhöreu würde zu sein, was es ist2). Das Erstere, die wesentliche Eigenschaft, wurde auch die. ,,natürliche Form“3) genannt. So sagt Malm uni: ״Alles, was einem Dinge inhärirt, kann von zweifacher Art sein: entweder ein Solches, welches durch das Ding besteht, wie die Accidenzen, oder ein Solches, durch welches im Gegentheil das Ding seinen Bestand hat, wie die. natürliche Form4).“ עצם ומקרה ף, arab. אלגוהר ואלערץ. 2) Vgl. Porphyr. Isagog. cap. VI: 6v{1ß8ߣKdg ds eöxlv, 6 yCvsrcu ncti a7coyLV£ta1 %00()ig xrjg xov v7t0K81[1svov (pdogccg. S. auch Tiedem., Geist d. specul. Phil. IV, 39. אלצורה אלטביעיה,הצורה הטבעית ף. — Maim. (More 1, 1) will auch in dem bibl. Ausdruck צלם eine Bezeichnung für diese forma naturalis erkennen.; 4) More II, Eiril.j Prämisse 10.