Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Liepmann Cohen und seine Söhne, Kammeragenten zu Hannover
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 169 (sequence 9)
- Language
- German
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MÄ-mmyrAgcyten zu Uarmyvef^ 109 : in Geschäftsverbindung stand י war der Herzog Adolph j Friedrich von Mecklenburg, wie ans einer Obligation zu ersehen ist, welche letzterer jenem am 18. Dec. 1709 über eine Summe von 20,600 Rfclrn. ausstellte. Auch die von Sax in seiner Geschichte des .Hochstiftes und der Stadt Eichstädt gemachte Mittheilung, dass der Bischof Johann Anton von Eichstädt im Jahre 1707 von einem hannöversehen Juden für 270,000 FL Juwelen gekauft habe, kann sich nur auf unseren Lieprnann beziehen, da damals schwerlich ein anderer Jude in Hannover existirte, der Pretiosen von einem so hohen Werthe hätte an schaffen können, und erhellet aus diesem Berichte einerseits der bedeutende Umfang seines Geschäftsbetriebes und anderer־ seits der grosse Reichthum, über den er verfügen konnte. Gleich anderen reichen Juden seiner Zeit betrachtete es Lieprnann als eine heilige Pflicht, dem Studium des Talmuds nicht allein selbst obzuliegen, sondern dasselbe auch bei Anderen nach Kräften zu fördern und hebräische Schriften belehrenden oder erbaulichen Inhalts grösseren Kreisen zugänglich zu machen. Er entsprach dieser Pflicht, indem er einerseits in einem ihm ungehörigen Hause ein eigenes Beth hammidrasch für mehrere Talmudgelehrte einrichtete, denselben freie Wohnung an wies und ihnen noch ausserdem ihren sonstigen Unterhalt gewährte, und andererseits die Druckkosten zu mehreren rabbinischen Werken hergab, wie Solches theils auf dem Titelblatte, theils in dem Vorworte zu den durch seine Munificenz publicirten Schriften zu lesen ist. Dies ist z. B. bei dem unter dem Titel Beer Abraham von seinem Verwandten Abraham Lisker 1683 edirten Mischna-Commentare, bei den unter dem Titel Beth Jehuda zu Dessau 1698 erschie־ neuen Novellen zu mehreren Talmud-Traktaten von dem Kalischer Rabbiner Jehuda ben Nissan, bei dem ein Jahr später an demselben Orte von Moscheh ben Menachem aus Prag veröffentlichten Werke Wajakhel Moscheh und dem 1705 in Amsterdam unter dem Titel Diwre Siccaron erschienenen Werke des Joseph Stadthagen der Fall. Ein besonderes Verdienst um die jüdische Wissenschaft aber erwarb sich Lieprnann dadurch, dass er die grossartige.