Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Liepmann Cohen und seine Söhne, Kammeragenten zu Hannover
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 163 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829304-2829310-2860429--08413-2860449- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
grosse Summen zur Verheirathung armer Waisen hergab und ein Legat aussetzte, aus dessen Zinsen mehrere auswärtige Lehrhäuser unterhalten wurden, und welcher 1697 starb, und Gumpert und Isaac, welche, nachdem sie 1721 in eine Anklage wegen eines beabsichtigten bezüglichen Bankerotte verwickelt worden waren, 1726 Hannover verlassen mussten. Liepmanns Tochter Gnendel wurde die Gattin des berühmten Prager Oberrabbiners David Oppenheimer, war ebenfalls sehr freigebig gegen Arme und Gelehrte, unterstützte unvermögende Waisen bei ihrer Verheirathung und starb hier in Hannover am 9. Siwan 5472 — 13. Juni 1712, wie aus dem hiesigen Memorbuche zu ersehen ist3). Liepmann erwarb sich grosse Verdienste nicht allein um die Iiiesige Gemeinde, deren Vorsteher er geraume Zeit hindurch war, sondern als השתדלן, wie er häufig genannt wird, um seine Glaubensgenossen überhaupt, und kamen ihm bei seinen Bestrebungen die grossartigen GeschäftsVerbindungen, in denen er stand, wie auch seine näheren Beziehungen sowohl zu dem Fürstenhause, dessen Schutz er genoss, als auch zu auswärtigen Potentaten, besonders gut zu statten. Der Gunst seines Landesfürsten, nämlich des Herzogs Johann Friedrich, hatte er es zu verdanken, dass ihm im Jahre 1669 gestattet wurde, hier ein Haus käuflich zu erwerben, und auf seine Verwendung erliess derselbe Herzog vier Jahre später einen strengen Befehl zur Verhinderung eines Frevels, welcher mehrfach an der hiesigen Judenschaft begangen worden war. Von Seiten einzelner Muthwilligen war nämlich auf dem jüdisehen Begräbnissplatze mehrmals ein Frevel dadurch verübt worden, dass verschiedene Kärrner trotz des auf herzoglichen Befehl von dem Amtsvogte zu Langenhagen erlassenen Verbots durch Abfahren des Sandes die Verletzung jener Grabstätte so weit getrieben hatten, dass einzelne Leichen ganz unbedeckt dalagen und auf’s Neue eingescharrt werden mussten. Liepmann wandte sich hierauf im Namen sämmtlicher schutzverwandten Juden auf 3) Zu berichtigen ist hiernach Hock zu Gal-Ed S. 43. 13 O *