Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Chronologische Zusammenstellung der Baudenkmäler Jerusalems
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 153 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2829132-2829304-2829309-2860361--08389-2860412- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Analekten. , 153 Omar-Moschee, sie ist aber eine Schöpfung des Ommajaden Abdulmelik. 7. Die Epoche der Kreuzfahrer, die für den Abendländer so vorzugsweise wichtige, ist im jetzigen Jerusalem auffallend dürftig vertreten. Die königlichen Schlösser auf dem südlichen Tempelplatz und am Davidsthurm, der Palast des Patriarchen, die Wohnungen des Canonici des.heiligen Grabes und das templum Domini, das königliche Ursulakloster an der St. Annen- Abtei und so viele, anderen Zwecken gewidmete Gebäude sind entweder spurlos verschwunden oder doch nur als formloser Trümmerhaufen noch vorhanden. Auf den schönen Portalbogen des Johanniter-Convents, den seines höchsten Stock- Werkes beraubten Glockenthurm der Grabkirche und die Absiden zweier Kirchen, St. Maria de latina major (zu dem Complex des Johanniter Grundstückes gehörig) und der Maria Magdalena (in dem jetzt wenig bewohnten Nordostviertel der Stadt) beschränkt sich das Erwähnungswertheste. — Im Johanniterpalast hat Saladin zeitweise seine Wohnung genommen und hat darin ein muhammedanisches Spital und eine Hochschule eingerichtet. Bekannt ist, dass während des Jahrhunderts der fr ankischen Könige die Grabkirche ungefähr die Gestalt erhalten hat, in welcher wir sie jetzt erblicken, das heisst, dass die von früheren Pilgern auf dem Platze beschriebenen drei Kirchen, die der Auferstehung mit dem heiligen Grabe, die Basilica Constantins und die des Calvarienberges, zu einem Gebäude vereinigt wurden. Da aber spätere Ausbesserungen die jener Zeit angehörigen Eigenthümlichkeiten ziemlich verwischt haben, so lässt sich das Ganze in architektonischer Beziehung nicht mehr als einen Kreuzfahrerbau bezeichnen. 8. Die Epoche der Ejubiten und Mameluken, welche von Egypten aus Palästina beherrschten. In dieser Zeit entstanden in den verschiedenen Stadtvierteln Bethäuser (Mesdschid), aber weder durch Grösse noch durch Bauart ausgezeichnet; ferner Convente für Fakirs und Derwische, Grabkapellen gelehrter Ulema und Stiftungen für Arme. Am Haupteingange des Haram Scherif führt Saladin ein grossartiges Gerichtshaus auf, die Mehkemeh, wo noch heute das aus dem Koran fliessende sogenannte göttliche Recht als Richtschnur für die Entscheidungen dient. Die Architektenschule von Kahira sandte ihre Meister nach Je- JB'rankel, Monatsschrift. XIII. 4. 12