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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 4 · p. Seite 146

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 4
Article
Zur Dogmatik des Judenthums
Date
1864-01-01
Page
Seite 146 (sequence 3)
Language
German
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: 146 , Zur Dogmatik des Judentbums. . denn ihm war es meist nur darum zu thun, dein Bedürfnisse seiner Zeit Rechnung zu tragen, ja er ging dabei noch weiter, er wollte auch den Gegensatz der geläuterten religiösen Anschauung zu den falschen Philosophemen seiner Zeitgenossen hervorheben, er musste daher auch die Unkörperlichkeit Gottes in sein Dogmensystem aufnehmen5), weil es damals Viele ge geben, welche die Andropomorphismen in der Bibel dem buchstäblichen Sinne nach aufgefasst und Gott einen Körper' zumuthen wollten6), wie dies schon aus der Glosse des Abraham b. David zum 3. Abschnitt Teschuba 7, zu ersehen ist. Maimonides hat somit in seinem Dogmensysteme eine einseitige Riehtung verfolgt, und mit Recht hat Albo ihm den Vorwurf gemacht, dass er manche Glaubens Wahrheit als Grundlehre bezeichnete, die bei genauerer Betrachtung sich nicht als solche erweiset, weil die Nichtannahme derselben in keinem Falle der Leugnung des Gesammtinhalts der Religion 'gleichkommt und mehrere der Dogmen Maim’s daher nicht als Kriterien für יצא מכלל ישראל angesehen werden können. Vor Kurzem hat , Herr Prof. Kämpf in dieser Zeitschrift7) die Dogmenfrage im Judenthume wieder einmal zur Sprache gebracht und den Versuch gemacht, die Dogmatik unserer Religion mit einem neuen Systeme zu bereichern. Er stellt die Behauptung auf, dass, nach der Mischna Synh. XI, I, Glaube an die Offenbarung, an die Auferstehung der Todten und an die Tradition die drei ältesten jüdischen Dogmen wären, ״die als solche mit vollem Bewusstsein im Judenthume aufgestellt worden sind." Das Dasein Gottes hingegen gehöre nicht zur Dog- •matik unserer Religion, ״denn wer das Dasein Gottes leugnet, ist, nach der Anschauung der Mischna, nicht nur kein Jude, sondern kein Mensch — und wer an das Dasein Gottes glaubt, ist wohl ein Mensch, aber noch kein Jude." Allein wenn auch das Dasein Gottes ausserhalb der Dogmatik stehet, weil ohne diesen Glauben von einer Religion und somit auch von einer Dog- (R. Hasch. 17) zu Grunde liegt, wo das הכופר בביאת הגואל gar nicht vorkommt. Auch in unserer Ausgabe der Tosifta fehlt diese Stelle. 5) Was Albo (1, 16) ganz unbegreiflich findet. 6) Grätz, Gesch. d. Juden V, 131.?) Mai- und Xovemberheft v. J.

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