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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 4 · p. Seite 145

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 4
Article
Zur Dogmatik des Judenthums
Date
1864-01-01
Page
Seite 145 (sequence 2)
Language
German
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Zur Dogmatik des Judenthums. 145 chen die eine Religion zu den übrigen bildet, so wie das Bedürfniss, diesen Gegensatz zu kennzeichnen, die erste Veranlassung gibt, Dogmen aufzustellen. Das Judenthum weiset jede ihm fremdartige Anschauung mit voller Entschiedenheit von sich ab, es war sich zu allen Zeiten, mehr denn jede andere Religion, seines Gegensatzes vollkommen bewusst. Abraham soll darum den Namen Ibri geführt haben, weil er durch seinen Glauben in vollem Widerspruche stand zu den vorherrschenden Ansichten und Vorstellungen seiner Zeitgenossen1), ein grosser Theii der Satzungen der heiligen Schrift hat nach Maimonides (More III) ausschliesslich nur den Zweck, dem Götzendienste, dem Aberglauben und den heidnischen Sitten entgegenzutreten, und in ältester Zeit wurden die Samaritaner als Nichtjuden betrachtet, weil sie neben Gott auch Götzenbilder und Landesgottheiten verehrten2). So lange das Judenthum blos dein Heidenthume gegenüberstand, galt der Grundsatz: Wer den Götzendienst verleugnet, verdient Jude genannt zu werden3), welcher Grundsatz, obgleich er erst von dem im 3. Jahrhundert lebenden R. Jochanan (Megilla 13a) ausgesprochen wurde, die Anschauung einer viel älteren Zeit charakterisirt. Als aber in den späteren Zeiten neue Religionen entstanden und das Judenthum seinen Glaubensinhalt gegen so manche Häresien zu vertheidigen hatte, musste natürlich der Kreis der Dogmen vielfach erweitert werden, um den Gegensatz des echten Judenthums zu anderen religiösen Ansichten und Systemen gehörig zu bezeichnen. Diese Aufgabe suchte Maimonides durch Aufstellung der sogenannten dreizehn Glaubensartikel vollständig zu lösen. Er hielt sich dabei, gegen seine Gewohnheit, weder genau nach den Angaben des Talmuds4), noch nach den Regeln der Systematik, 1) m. Rabba Genesis: כל העולם כולו מעבר אחד והוא מעבר אחד. 2) Vgl. die Cömment. des David Kimchi u, Lewi ben Gerson zu 2. Könige 17. 3) Vgl. Saadia’s Comment. zu Daniel 3, 12. Jehudi wird der genannt, welcher den -Götzendienst verleugnet, obgleich seine Abkunft nicht vom Stamme Jnda ist. Vgl. ferner Raschi Synh. 19 b. 4) So ist z. B. im Talmud nirgends angedeutet, dass die Kiclitanerkennung des Messias gl aubens den Verlust des Jenseits zur Folge habe. Unbegreiflich ist die Stelle (Tesclmba III, 6), da derselben die Beraita

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