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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 4 · p. Seite 142

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 4
Article
Über den Ursprung der Moldot und Tekufot im jüdischen Kalender
Date
1864-01-01
Page
Seite 142 (sequence 10)
Language
German
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142 lieber den Ursprungder Möldot und Tekufot Erfindung der späteren Chronologen im 10. Jahrhundert 18t, welche unsere Schaltordnung im־ ■Oyclus ■ mit den talmudischen Principien nach den damaligen astronomischen Bestimmungen genau in.Einklang zu bringen glaubten, habe ich schon lange nachgewiesenT). Die Hauptgründe bestehen darin, dass wir bei den älteren Chronologen (wie R. Saadia, R. Hai, S. Donolo) keine Spur von dieser Tekufa finden; auch die seit den talmudischen Zeiten bei 11ns in Gebrauch gebliebene 5שאלת טן"כ und ברכת החמה dieser Tekufa widersprechen. Der Träger dieser Tekufa, nämlich ein R. Adda, von welchem nirgends etwas über Kalenderwesen zu finden ist, und endlich diese räth8eihafte Verheimlichung bis auf das 10. Jahrhundert, spricht für ihre spätere Entstehung. Doch sind die damaligen Chronologen nicht etwa einer muthwilligen Unterschiebung anzuklagen, sondern blos einer irrthümlichen Ansicht. Sie fanden, dass zu ihrer Zeit die Frühiingsnachtgleiche zu Anfänge des Cyclus nicht mit den Ptolomäischen Tafeln 2d nach dem Moled Nissan kam, sondern nach der albatinischen genaueren Beobachtung um 9h vor dem Moled eintrat, wodurch sich herausstellte, dass unsere Schalt- Ordnung, von welcher man bis dahin irrt'hümlich glaubte, dass sie den talmudischen Principien vom 16. Nissan widerspreche, nach einer genaueren astronomischen Beobachtung ganz mit ihm übereinstimmt! Diese wunderbare Wahrnehmung, nach mehreren Jahrhunderten die Schaltordnung mit der neueren astronomisehen Bestimmung und mit dem talmudischen Princip übereinstimmend zu finden, musste sie zur Vermuthung führen, dass die Alten bei der Begründung dieser Schaltordnung schon damals diese Tekufa gekannt haben und in ihren Zeiten Ptolomaus an Genauigkeit übertrafen. Daher diese feierliche Hoch- Schätzung und der Glaube, dass diese Tekufa in der Tradition geheim war, weil man sie uns nicht mit einem Namen bezeich- . nete, sondern stillschweigend in einer Schaltordnung (אףן״ט PHH) überlieferte, die mit dem Princip des 16. Nissan übereinstimmt. Nun findet man bei den Alten dieses Princip vom 16. Nissan im Talmud nicht wie bei uns jetzt von Huna-bar-Obin, sondern von R. Adda-bar-OUm ausgesprochen, daher der Name Tekufat 7)'S. Zeitschrift היונה V. Senjor Sachs. Berlin 1851, und יסודי העיבור V. Slonimsld. Warschau 1852.

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