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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 4 · p. Seite 139

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 4
Article
Über den Ursprung der Moldot und Tekufot im jüdischen Kalender
Date
1864-01-01
Page
Seite 139 (sequence 7)
Language
German
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139 im jüdischen Kalender. Frühling — 94d 1211 30'; Sommer -=. 92d 12^ 30'; Herbst 88d 211 45'; Winter — 90d 2^ 40'. Samuel aber th eilte das Julianische Jahr in 4 gleiche Theile (Tekufot), jede — 91d 7h 30', welche nur den 4 mittleren Jahreszeiten entsprechen, und setzte den Zeitpunkt der Tekufat Nissan mit der wahren Nachtgleiche bei Ft 010 in'aus zur Zeit der Epoche am 1. Nabanassar (747 v. Ohr.), wie wir oben nachgewiesen haben. Da aber das Julianische Jahr um 4' 48" länger ist als das astronomische Jahr bei Ptolomäus, so muss dieser Ueberschuss vom 1. Nabanassar bis Samuels Zeit in einem Zeiträume von 950 Tagen auf mehr als 3 Tage herangewachsen sein, und die Tekufat Nissan nach Samuel traf schon um 3 volle Tage später ein, als die wahre Nachtgleiche nach Ptolomäus. Warum Samuel Angesichts dieser Verschiebung zu seiner Zeit die Tekufat-Nissan nach der Ptolomäischen Epoche bestimmte, lässt sich dadurch erklären, dass er damals die Ver- Schiebung der Tekufat-Nissan bei Tekufat-Tamus wieder ausgeglichen fand, welche zu seiner Zeit, um das Jahr 208, genau mit dem wahren astronomischen Sommersolstitium nach Ptolomäus zusammentraf. Es war ihm auch voraussichtlich, dass iii der künftigen Zeit die Tekufat-Tamus fortschreitend sich verschieben werde, statt ihrer aber wieder Tekufat-Tischri sich der Herbstnachtgleiche immer mehr nähern und mit ihr zu8ammentreffen werde. Samuel hat daher sehr richtig die mittleren Tekuföt im Julianischen Jahr mit der wahren Nachtgleiche der Ptolomäischen Epoche angefangen, weil eben durch die fortschreitende Ver- Schiebung des Julianischen Jahres von dem genauen astronomisehen immer eine der 4 mittleren Tekufot mit ihren correspondirenden wahren astronomischen sich nähern und zusammentreffen muss. So war anfangs im Jahre 1 zu Nabanassar die Tekufat-Nissan mit der wahren Nachtgleiche zusammen. Um’s Jahr 50 v. Ohr. kam aber Tekufat-Tebet mit dem astronomischen Wintersolstitium zusammen. Im Jahre 208 wieder (zur Zeit Samuels selbst) traf Tekufot-Tamus mit dem astronomischen Sommersolstitium zugleich. Endlich um das Jahr 575 kam Tekufat- Tis chri genau auf die Herbstnachtgleiche nach Ptolomäus’ astronomischen Tafeln, so dass die Verschiebung der einen Tekufä immer die Näherung der anderen herbeiführte, und während 11*

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