Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Über den Ursprung der Moldot und Tekufot im jüdischen Kalender
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 138 (sequence 6)
- Language
- German
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138 Ueber den Ursprung'"der Moldot u. Tekufot lenderberechnung, er war (ז' י//ב תק״כן) und es ist auffallend, dass dieser Moled in runder Zahl fällt, nämlieli genau eine halbe Stande nach Mittag. Diesen Moled Nissan vom Jahre 747 v. Ohr., welchen Ptolomäus als erste Mondes-Conjunction im Alexandrinischen Meridian in seinem Almagest aufstellte, um von diesem aus alle Conjunctionen und Oppositionen des Mondes zu jeder Zeit und für jeden Meridian durch Berechnung zu finden, benutzten auch unsere Kalenderverfasser, um von diesem Moled rückwärts alle vorhergehende Moldot bis zum Anfang unserer Aera zu berechnen. Indem sie jeden synodisehen Monat mit Ptolomäus — כ/7ט י//ב תשצ״ג setzten, erhielten sie. für den ersten Moled der Schöpfung richtig 5 בהר״ד den sie also als Anfangspunkt für alle Moldot in dem Kalender festsetzten. Nach dieser ersten Conjunction folgte auch bald damals eine Frühlingsnachtgleiche (גיסן HDlpH); denn nach Ptolomäus Be- Stimmung war iin Augenblick der Conjunction die mittlere Länge der Sonne — 354° 8' 50", also nur um 5° 5P 10" von der Nachtgleiche entfernt. Da die Gleichung der Sonnenbahn im Augenblicke der Nachtgleiche bei Ptolomäus .= 2° 10' ist, hatte die Sonne sich nur den Bogen .=. 3° 4P 10" zu bewegen, um den wahren Frühlingspunkt zu erreichen. Dieses dauerte nach Ptolomäus Tafeln eine Zeit von 3d 17h 4545 ׳". Nun war die Conjunction in Alexandrien, wie oben nachgewiesen, am 22. März 11K 42' 48" vor Mittag, mithin traf die wahre Frühlingsnachtgleiche nach Jerusalemer Meridian in die halbe Nacht, Mittwoch den 26. März. Höchst merkwürdig ist es, dass wir nach unserer jüdischen Berechnung eben dieselbe Tekufot Nissan für dasselbe Jahr 3014 unserer Zeitrechnung genau so finden, nämlich, dass sie damals (ו, שעות על ליל רביעי בשבת) war. Die erste Samuel’sche Tekufa wurde also nach Ptolomäus Epoche um das Jahr 1 zur Zeit Nabanassars bestimmt, von welehern aus rückwärts gerechnet, man die Tekufa 1' ט' תלמ״ב am Anfang unserer Zeitrechnung gefunden hat. Nun ist aber zu bemerken, dass Ptolomäus im Almagest die Länge des tropischen Jahres ~ 365d 5h 55' 12" angenommen hat, und die Exentricität der Sonnenbahn nach seiner Bestimmung 2' 30" (im Sexth. des Halbmessers) war. Dennoch wurden die vier Jahreszeiten bei ihm auf folgende Weise vertheilt: der