Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Über den Ursprung der Moldot und Tekufot im jüdischen Kalender
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 137 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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im jüdischen Kalender. Rechnung einen Zeitraum von 879 Jahren (egyptische) 66 Tagen und 2 Stunden ausmacht. Auf diesen Zeitmoment, nämlich 0 Thoth, im Jahre 1 Nabanassars (d. i. 747 v. Ohr. am 26. Februar Mittags, der damals am Mittwoch war) gibt er die von ihm durch Rechnung gefundene Länge der Sonne, des Mondes und’aller Planeten an, und nach diesem soll man alle Bewegungen der Himmelskörper nach seinen eingerichteten Tabellen zu allen Zeiten berechnen können. Die erste stattgefundene mittlere Conjunction des Mondes im Jahre 1 Nabanassars gibt Ptolomäus so an, dass sie genau am 24. Thoth 44' 17" Sexth. des Tages (d. i. 17h 4248 ׳" auf den 24. Thoth) traf, wo Sonne und Mond zugleich um die Länge 288" 38' 50" vom Apogäum entfernt waren. Diese Länge heisst bei Ptolomäus — 354° 8' 50" von der Frühlings-Nachtgleiche (weil nach seiner Annahme das Sonnen-Apogäum unverrückbar auf die Länge 65° 30׳ feststehet). Diese erste Conjunction stellt Ptolomäus als Epoche auf, nach welcher er alle nachfolgenden Conjunctionen und Opposi־׳ tionen des Mondes in einer Tabelle auf 1050 Jahre (egyptische) nach Nabanassar berechnete. Die letzte in dieser Tabelle angegebene Conjunction im Jahre 1051 nach Nabanassar traf am 22. Thoth 47' 20" Sexth. Reduciren wir das Datum der ersten Mondes - Conjunction nach Ptolomäus, nämlich den 24. Thoth 44' 17", auf unsere Zeitrechnung, so finden wir, da bei Ptolomäus der Anfang des Tages mit dem Mittag des vorhergehenden beginnt, und der erste Thoth damals am Mittag des 26. Februars (Mittwoch) begonnen hat, dass der 24. Thoth 4417 ׳", wenn man nach Stunden und Minuten rechnet, auf den 22. März (Sonnabend) um 11 Uhr 42 Minuten 48 Secunden Vormittag, Alexandriner Meridian, fällt. Da nun Jerusalem nach damaligen Längenbestimmungen um 11° östlich von Alexandrien gelegen war, so kommt obige Zeit auf Jerusalem um 12 Uhr 26' 48" Sonnabend den 22. März, oder, in runder Zahl genommen, eine halbe Stunde nach Mittag (Sonnabend) den 22. März des Jahres 747 v. Chr., d. i. 3014 nach jüdiseher Zeitrechnung. Da nach Ptolomäus Angabe damals Sonne und Mond sehr nahe an der Frühlings-Nachtgleiche standen, so war mithin diese Mondes-Conjunction für uns ein Moled Nissan. Ebenso finden wir den Moled Nissan nach unserer jetzigen Ra- Frankel, Monatsschrift. XIII. 4. 11