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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 4 · p. Seite 135

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 4
Article
Über den Ursprung der Moldot und Tekufot im jüdischen Kalender
Date
1864-01-01
Page
Seite 135 (sequence 3)
Language
German
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im jiidischen Kalender. 135 damaliger Zeit berechneten Mond-Conjunctionen auf das Genaueste übereinstimmen! Unsere Kalenderbegründer haben nur jene angegebenen Conjunctionen von dem Alexandrinischen Meridian, auf welchen Ptolomäus seine Tabellen gründete, auf den Meridian von Jerusalem, laut der damaligen bekannten Differenz der Länge, übertragen. Dass somit der Kalender auf Jerusalemer Meridian gegründet war, ist also entschieden bewiesen; zugleich stellt sich noch heraus, dass Samuel, der im Talmud (Erubin 56) eine Tekufaregel nach den Wochentagen festgesetzt, die bei uns die Samuefsche Tekufa genannt wird, ebenfalls aus dem Almagest entlehnt hat. Nicht wenig muss es aber auch befremden, dass die alten Chronologen vom 10. Jahrhundert an, die doch den Almagest wohl kannten, ja von ihm verschiedene Uebersetzungen machten und ihn cominentirten, über den Ursprung des Kalenders und seinen Meridian im Zweifel waren, obwohl dieses aus dem Almagest zu erkennen ist. Man muss daraus schliessen, dass sie das griechische Original vom Almagest selbst nicht kannten und in den arabischen Uebersetzungen nur Auszüge von demselben hatten, oder wenigstens, dass sie seine alten, unbrauchbaren Tabellen nach egyptischem Datum keiner Aufmerksamkeit würdigten, dafür sprechen auch andere Gründe, wie wir später zeigen werden. Da, so viel mir bekannt ist, keiner der neueren Chronologen den Ursprung unserer Moldot und Tekufot aus dem Almagest authentisch nachgewiesen hat, so will ich diejenigen Stellen aus ihm, die unseren Kalender zumeist betreffen, ihrem Inhalte nach anführen, um das Obengesagte dem Leser auf das Deutlichste zu beweisen. Im Almagest (Lib. II, Cap. 2) erklärt Ptolomäus, auf welehern Wege sein Vorgänger, der grosse Ilipparch (130 v. Chr.), die genaue Länge des synodischen Monats gefunden hat. Hipparch verglich nämlich eine zu seiner Zeit genau beobachtete Mondfinsterniss mit einer sehr alten Mondfinsterniss, die um 345 Jahre zurück von den Chaldäern beobachtet wurde, und fand den Zeitraum zwischen beiden 126,0071/24 Tagen. Da in demselben Zeiträume 4267 ganze Mondmonate verflossen sind, dividirte er die Anzahl Tage durch die ganzen verflossenen Monde und es ergab der Quotient die genaue Länge des synodischen

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