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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 4 · p. Seite 134

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 4
Article
Über den Ursprung der Moldot und Tekufot im jüdischen Kalender
Date
1864-01-01
Page
Seite 134 (sequence 2)
Language
German
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134 " lieber den Ursprung der Mdldbt^ u. ■ K bestimmt wurden, und dieser Meinung scheint auci^aimonides zu sein2)• \; \ Wüsste man mit Gewissheit, auf welchen Mendig unser Kalender gegründet sei, und könnte man voraus setzen,,: cl^s die / damaligen Chronologen in ihrer Zeit den Augenblick eineSMo^- leds mit der astronomischen Genauigkeit gekannt haben, wie es zu so einem wichtigen Unternehmen, einen Kalender auf Jahrtausende zu gründen, eigentlich erforderlich ist, so wäre die reine Wissenschaft wohl im Stande, von der seit vielen Jahrhunderten bis jetzt erfolgten Verschiebung des Moleds zurück auf den Zeitpunkt zu schliessen, wann diese Chronologen waren. Da aber der Meridian selbst uns unbekannt ist und die genaue Kenntniss einer mittleren Conjunction des Mondes bei den Alten nach dem damaligen Zustande der Wissenschaft nicht angenommen werden kann, so bleibt dieses Problem 80 lange unentschieden, bis wir andere Quellenkenntnisse, als jetzt über diesen Gegenstand vorhanden sind, aufgefunden haben. Als ich im vorigen Jahre zufälligerweise das bekannte Buch Almagest von Ptolomäus in den Händen hatte und seine, lange vor der talmudischen Zeit abgelaufenen astronomischen Tabellen aufmerksam durchging, kam ich auf den Gedanken, die dort berechneten Monde s-Conjunctionen (deren Zeitbestimmungen in den alten wandelbaren egyptischen Monaten und Jahren angegeben sind) auf unsere Zeitrechnung zu reduciren, um zu sehen, wie sie sich zu unseren Meldet verhalten. Zu meiner Ueberraschung fand ich, dass unsere Meldet mit jenen, nach *) Maimonides in seinen Erläuterungen des Kalenders (Kidusch. Hach. Cap. 6 —11) erwähnt eigentlich darüber nichts; hingegen bei seiner Zusammenstellung der astronomischen Regeln zur Berechnung des sichtbaren Neumondes bei den Synhedrin, da es nur in Jerusalem stattfinden darf, gibt er eine Epoche der mittleren Länge der Sonne und des Mondes zu seiner Zeit auf Jerusalemer Meridian an. Wenn man nun nach seiner Angabe die damals zur Zeit stattgefundene Mondesconjunction berechnet, so ergibt sich, dass sie um lh 17' vor unserem Moled eingetreten. Diese Differenz zwischen dem im Kalender berechneten Moled und dem eigentlichen Moled zu Jerusalem, welchen Maimonides stillschweigend übergeht, kann nur dadurch erklärt werden, dass nach seiner Meinung unser Moled nicht auf Jerusalemer Meridian, sondern auf den Mittelpunkt der Erdoberfläche (wie es bei ihm heisst אמצע היישוב) gegründet sei

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