Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Rabbi Simon ben Gamaliel II., nach seinen Lebensverhältnissen und seiner geistigen Wirksamkeit
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 12)
- Language
- German
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132 Rabbi Simon beri {Giämali^l IL: sem Entwickelmigsflusse der Mischna starr geworden, uns sieh erhalten haben, als Zeugen unserer hier ausgesproclienen Ansicht auffinden lassen4). Dieses sind die Momente, welche genügend zu beweisen scheinen, dass Simons Hand, wenn auch vielleicht nicht in der von uns angegebenen Weise, aber, doch im mer tiefer in die Entstehungsgeschichte; der Mischna eingegriffen habe, als man bisher zu vermuthen pflegte; dass von Simon gewiss die breite Grundlage geschaffen . worden, auf welcher Rabbi Jehuda seinen stolzen Bau aufgeführt hat. Und so erscheint R. Simon gross in seinem Leben und in seinem Wirken: er gab seinem in der Auflösung be- 4) Man sehe Berächot 118 ר. Im ganzen Traktate ברכות ist hier . die einzige Stelle, welche Simon als Autor eines Lehrsatzes nennt. Dieselbe lautet: חתן אם רוצח לקרות ק״ש בלילח הראשון קורא, ר״ש״ב״ג אומר לא כל הרוצה ליטול את השם יטול.. Abgesehen davon, dass die Worte Simons eigentümlich gefasst sind, einer Randbemerkung ahnlieh sehen, sagt diese Mischna fast ganz dasselbe, was die fünfte be״ . reits ausgesprochen hat; da es in der fünften חתן פטור לקרות und nicht אסור לקרות heisst, ist es selbstverständlich, dass es einem Jeden überlassen wird, zu dieser Zeit das Schema zu lesen oder nicht zu lesen. Wenn wir noch daran erinnern, dass Mischna VI. und VII gar nicht in diesen Abschnitt hineingehören,, so dürften wir wohl behaupten, dass die fünfte Mischna die ältere ist, weil sie ausführlicher die Sache bespricht; vielleicht eben, dass sie von Simon herrührt, welcher gleich an dieser Stelle das willkürliche Lesen des Schema eingeschränkt hatte und das Beispiel seines Vaters Rabban Gamaliel anführt, der sich erlauben konnte, zu solcher Zeit das Schema zu lesen, dass sich aber, auch über ihn seine.Schüler gewundert hätten; es wird dann weiter ausgeführt, Rabban Gamaliel sei überhaupt öfter von dem gewöhnlieher! Verfahren abgewichen. Aus diesen Sätzen hat nun Rabbi J. in seiner gewöhnlichen, treffenden Weise das Resume gezogen und es schärf und deutlich hingestellt: 'רוצה לקרות קורא וכו ds* .חתן; so gehört dies ganze Stück eigentlich gar nicht in die Mischna, und die achte Halacha sollte gleich nach der vierten ihre Stelle nehmen, aber zufälliger und glücklicher Weise ist auch diese grössere Partie stehen geblieben. Man sehe ferner Pea V, 1 (es ist hier offenbar der ת״ק und ךשב;/ג eine und dieselbe Person). Ebenso ist zu verweisen auf .Jadajim III,!'(hier erzählt Simon 'מעשה וכו,, es ist der Zweck der Erzählung אמרו חכמים ganz überflüssig, da ja kurz vorher וחכמים אומרים berichtet worden) und endlich auf Gittin IV, 6.