Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Rabbi Simon ben Gamaliel II., nach seinen Lebensverhältnissen und seiner geistigen Wirksamkeit
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 131 (sequence 11)
- Language
- German
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Rabbi Simon beh Gamaliel II. 131 zuerkannt? Wenn wir nun bedenken, dass E. Jochanan in diesem Ausspruche doch nicht seine willkürliche Meinung äussere, sondern gewiss eine ihm zugekommene Tradition weitergibt, so sind wir anzuerkennen genöthigt, dass in diesen Worten uns die Andeutung erhalten ist: die Mischna habe durch Simon irgend einen entscheidenden Abschluss erreicht. Und dies wird noch ausdrücklieh im Hierosolym. Talmud bestätigt: ב״ב פ״י ה' יד׳ תבלן בלרין בכל בלקום וכד/ אבלרין ובלבד במשנתינו ראבזי בר קרחה בשם רב ולבזה אבלרו בכל בלקום הלכה כר״ש״ב״ג שהלכות קצובות היה אובלר בלפי בית דינו. Also nur entscheidende, endgültige Halachot הלכות קצובות pflegte Simon zu lehren, und solche Halachot sind es ja eben, aus welchen sich die Mischna zusammensetzt. Es kann nicht eingewendet werden, dass bei so bedeutender Einwirkung Simons auf die Mischna sein Name in derselben doch öfterer erwähnt werden müsste, als es wirklich der Fall ist, — denn es wird ja auch Rabbi Jehuda, der als Autor der Mischna überall anerkannt ist, fast gar nicht in ihr namentlich angeführt, und wo dies geschieht, ist daran der Zusatz einer späteren Hand erkennbar. Ja gerade dieser Umstand, bei Simon auf ähnliche Weise wie bei Rabbi Jehuda Hanasi betrachtet, scheint noch eher auf eine Theilnahme 61mons au der Mischnaredaction hinzuweisen. Die halachisehen Traditionen der Mischna werden in den meisten Fällen an die Namen der älteren Zeitgenossen Simons geknüpft, an R. Meir, R. Jehuda ben Ila'i, R. Simon ben Jochai, R. Jose ben Chalafta, welche daher in der Mischna zu unzähligen Malen genannt sind; nicht so bei Simon, obwohl er zu den bedeutendsten Erscheinungen des damaligen Tanaitenkreises gehört, wird er doch in den meisten Tractaten nur an vereinzelten Stellen namentlich, erwähnt und in nicht wenigen fehlt sein Name gänzlich. Ist das nicht ein ähnliches Yerhältniss zur Mischna, wie das seines Sohnes Rabbi Jehuda? Und überdies steht Simon der Zeit, aus welcher die Mischna sich die Halachot zumeist aneignet, viel näher als Rabbi Jehuda. — Vielleicht dürften sich auch einige Ueberreste, welche, in die-