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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 4 · p. Seite 125

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 4
Article
Rabbi Simon ben Gamaliel II., nach seinen Lebensverhältnissen und seiner geistigen Wirksamkeit
Date
1864-01-01
Page
Seite 125 (sequence 5)
Language
German
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den Gamaliel II. . 125 unter R. Meir ,begann das Sinken dieser Methode und gerieth unter seinen Schülern, von denen Symmachuk als der bedeutendste genannt wkd, ganz in Verfall; die Schule R. Meir’s hatte den Vorwurf auf sich geladen, dass es ihr mehr um Spitzfindigkeit als um Wahrheit zu thun sei* * 6). Ja sogar von R. Me’ir selbst wird berichtet, dass er die Dialektik wie eine zweischneidige Waffe geschwungen habe. Erubin 13 b, 53 a berichtet R. Acha ben Chanina: ״Gott weiss es! R. Me'ir war der grösste Mann seiner Zeit und doch sind seine Halachot nicht entscheidend, weil R. Me’ir These und Antithese auf gleich einleuchtende Weise zu vertheidigen pflegte und daher seine eigentliche Ansicht stets zweifelhaft blieb." Dieser Lehrweise R. Me'ir8׳ energisch entgegengetreten zu sein, ist das grosse Verdienst R. Simons, welches unterschätzt wird, sobald man nicht auf den Gegensatz zu R. Me'ir Acht hat. Die Dialektik hatte seit R. Akiba in ganz kurzer Zeit die schönsten und üppigsten Blüthen getrieben, es war daher nur natürlich, dass schon zur Zeit R. Meir’s eine so starke Reaction eintrat, zumal man jetzt auf die Gefährlichkeit dieser Richtung, wie sie damals auftrat, aufmerksam geworden war7). Freilich lag in der tiefen Moralität R. Meir’s die Bürgschaft, dass man hier keine Ausschreitungen zu befürchten habe; doch der Steg, auf dem ein Einzelner bequem hinschreitet, kann nicht als sicher für Alle angesehen werden. Und als deshalb 8imon8) die breite Heerstrasse einer systematischen Lehrweise eröffnete, schloss sich ihn! die folgende Generation der talmudischen Gelehrten sogleich an, um diesen Weg mit Erfolg zu betreten. Jedoch geht in dieser Opposition gegen R. Meir nicht R. Simons ganze geistige Thätigkeit nach Ende Horajot R. Meir verstanden. (Doch wird dieses von Tosafot u. A. beanstandet.) 6) Nasir49b; Kidusch. 52b. 7) Erubin 13b; wahrscheinlich ist auch Elischa b. Abuja ein aus• gearteter Zweig dieser Richtung. 8) Wahrscheinlich hat sich auch die Opposition, welche Simon im Synhedrion gegen R. Meir geltend macht, aus diesem tiefen principiellen Gegensätze entwickelt.

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