Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Rabbi Simon ben Gamaliel II., nach seinen Lebensverhältnissen und seiner geistigen Wirksamkeit
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 124 (sequence 4)
- Language
- German
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124 Rabbi Sinion liea GMialM II. der Gründlichkeit und Genauigkeit seiner Geistesrichfcung entsprechend, ist er auch ausgezeichnet an Vielseitigkeit der Bildung2;, an Kenntnissen aus der Natur, an Kunde der nationalen Alterthümer [in diesem Letzteren stellt nur R. Jehuda ben Hai über ihm), und in der Anwendung soleher wissenschaftlicher Hülfsmittel für ein eingehendes Verständniss der Halacha3). Eine solche Auffassung der Halacha kann man wohl mit Recht als eine systematische bezeichnen, zu welcher Lehrweise sich Simon auch ausdrücklieh bekennt4 5). Hierdurch hatte Simon die syste׳ matische Methode wieder zu Anerkennung gebracht und; die Traditionswissenschaft in eine neue Entwickelungsphase eingeführt. Mit R. Akiba hatte nämlich die dialektische Methode gegen R. Elieser ben Hyrkanos, den entschiedensten Vertreter der anderen Richtung damaliger Zeit, der gegen eine so hohe Berechtigung, wie sie Akiba der Dialektik einräumte, mit aller Kraft eintrat, doch schliesslich siegreich den Platz behauptet. Denn damals hatte sich die Systematik jener Zeit unter Rabban Gamaliel erschöpft, die Traditionswissenschaft musste in ein höheres Stadium eingehen und verlangte daher, in eine andere Richtung übergeleitet zu werden. Diese begründete Forderung seiner Zeit verstand Akiba, einer jener seltenen Geister, welche von ihrer Zeit getragen, wiederum die Träger derselben werden, und hob die Dialektik zu einer Höhe, dass der Midrasch von ihm parabolisch erzählt: Selbst Mose sei, als er ihn gehört, ausser Fassung gekommen und habe seinen dialektischen Ausführungen nicht folgen können. Die Lehrweise Akiba’s nahm seine Schule weiter auf, es war besonders R. Meir, der sie consequenf fortsetzte; dieser wollte das halachische Studium nur dialektisch betrieben wissenÄ). Doch schon 2) Er war des Griechischen in hohem Masse kundig und war gegen die Schönheiten dieser Sprache nicht gleichgültig; Megilla 8, . א״ר יוחנן ^) Tosifta Schebiith VII; Pesacliim 53; Tosifta Synhedr. 7; B. Batra 83; Ketub. 25; Tosifta Scliebiit 3; vgl. Hodegetik S. 183. 4) Horajot 14: חד.(רשב״ג) אמר סיגי עדיף. 5) Synh. 24a; B. Mezia 33a; Sota 22ä. Unter אחרי□ אומרים wird