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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 3 · p. Seite 107

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 3
Article
Die Neugestaltung des Rabbinerwesens und deren Einfluss auf die talm. Wissenschaft im Mittelalter
Date
1864-01-01
Page
Seite 107 (sequence 11)
Language
German
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■>n י;/ ׳ww: geführt, auch ein R. Israel sich befindet, welchen mit dem in der Ruprechtischen Urkunde gemeinten, für eine und. dieselbe Person zu halten, nichts im Wege steht; wenn ferner dieser ß. Israel bei Jacob Weil als Beispiel für eine Anschauungs- und Handlungsweise gedacht wird, von welcher der Ruprechtisehe Israhel gerade das Gegentheil vertritt, so lässt sich meines Erachtens dieser Widerspruch nur auf folgende Weise lösen: Es mag die Absicht ßuprechts gewesen sein, die religiösen Angelegenheiten des Judenthums nach Art des Katholicismus zu ordnen, und er gedachte vielleicht, den Juden seines ßeiches in der Person des Nürnbergischen ßabbiners Israel — der immerhin ein bedeutender Mann gewesen sein muss, wie dies auch aus der Erwähnung bei Jakob Weil zu schliessen ist — einen Papst zu gehen. Dieses Bestreben passt ganz zu demjenigen, was uns sonst über die Sorgfalt, die Puprecht den jüdischen Angelegenheiten angedeihen liess, berichtet wird (vgl. B. Ohananja a. a. 0.). Das Bedürfnis8 eines religiösen Oberhauptes mag auch wohl zu einer Zeit, wo die Anmassung der ßabbiner nicht selten alle Grenzen überschritt und von der Anwendung der religiösen Strafen häufig ein frevelhafter Gebrauch gemacht wurde, von den Juden sowohl, wie von der Staatsbehörde, an welche ja zuletzt die Beschwerdeführer sich wendeten, dringend empfunden worden sein. Es geht dies zum Theil aus der Ernennungsurkunde selbst hervor. Aber eben so gewiss ist, dass, bei allem Hader unter den Juden selbst, der Einmischung der Staatsbehörde bei den besten Absichten der einmüthigste Widerstand entgegengesetzt wurde, und der Versuch, den Juden des römischen Reiches einen Quasi-Papst zu geben, wird wohl an ß. Israel selbst, der das Gefährliche der Stellung eingesehen haben mag, gescheitert sein. Denn das Ernennungsdiplom vom 3. Mai 1407 gelangte zunächst nur in die Hände des ß. Israhel und kam erst später — am 23. November d. J., wie aus der Urkunde von diesem Datum hervorgeht — in die O eigentlichkeit,7). So vermindert sich wohl die Geschichte eines kaiser- 7) Auch dieser Umstand begründet unsere Behauptung, dass die ganze Angelegenheit nicht über den Versuch hinausgekommen ist. Eingangs der Urkunde d. d. 20. Nov. 1407 heisst es nämlich ausdrück־ lieh: ״Wir .... tliun kund mit diesen! Briefe, dass wir Israhel, dem jüdischen Hochmeister, folgenden Majestätsbrief vormals (d. i. am

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