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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 3 · p. Seite 102

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 3
Article
Die Neugestaltung des Rabbinerwesens und deren Einfluss auf die talm. Wissenschaft im Mittelalter
Date
1864-01-01
Page
Seite 102 (sequence 6)
Language
German
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pie ״ Neugestaltung ־des׳ Rabbiner Wesens Verhältnisse der deutschen Juden kannte ׳ und seine Mittheilung durch bewährte Tradition empfing ,־oder die des entfernt wohnenden und schlecht berichteten Isaak ben 8 che sehet, das zu entscheiden kann nicht schwer fallen, Mag immerhin die Neuheit der Bestrebungen1 R. Meir’s dieselben bei R. Isaak b. Sehesehet verdächtigt haben, von Anmassung und eitler Ueberhebung waren sie gewiss nicht eingegeben, vielmehr entsprangen sie, wie wir später nachweisen werden, aus einer richtigen Würdigung der damaligen Verhältnisse des Judenthums und bezweckten nichts anderes, als der jüdischen Lehre in der Zeit allgemeiner Verwirrung und Unwissenheit von Neuem sichere Pfade zu bahnen und künftige Vertreter zu schaffen. Dass hierbei von einem Hoheitsgelüste nichts mit unterlaufen ist, lässt sich übrigens auch aus dem Widerwillen, den das jüdische Volk von jeher gegen jede Anmassung auf religiösem Gebiete geäussert hat, mit Recht vermuthen. Freilich wird diesem Argumente, zumal bei Besprechung mittelalterlicher Verhältnisse, nicht immer die richtige Würdigung zu Theil, was hauptsächlieh darauf zurückzuführen ist, dass man die Entwickelung der jüdischen Verhältnisse nicht selten durch die Brille der gleichzeitigen christlichen anschaut. So hat man in neuester Zeit eine Anzahl mittelalterlicher und späterer Rabbiner zu sogenannten offiziellen Oberrabbinern — mit geistlicher Oberhoheit versehen — gestempelt, während es ihnen gewiss niemals eingefallen ist, als solche zu gelten. Wir wollen diesen Irrthum durch eine Besprechung eines Zeitgenossen R. Meir halewi’8, des obengenannten R. Jsrahel aus Nürnberg, aus dem man eine in dem jüdischen Volksleben ganz neue Creatur gemacht hat, zu beseitigern versuchen. Dieser sonst ganz unbekannte Mann soll von König Ruprecht von der Pfalz am 3. Mai 1407 zum ״obersten Hochmeister über alle jüdischen Hochmeister, Juden und Jüdinnen in deutsehen Landen,“ ernannt worden sein. (Siehe die Urkunden in Wiener’s Regesten 8. 71 und 254.) Wenn diese Ernennung je in Kraft getreten und von den deutschen Juden anerkannt ist, s6 ״bleibt es allerdings merkwürdig — wie Herr Dr. Wiener das. S. 76 sich ausdrückt — dass bei der hervorragenden SteL lung, welche jener R. Israhel eingenommen, seiner sonst nirgends erwähnt wird, und dass die jüdischen Quellen ganz über

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