Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 3 · p. Seite 96

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 3
Article
Rabbi Simon ben Gamaliel II., nach seinen Verhältnissen und seiner geistigen Wirksamkeit
Date
1864-01-01
Page
Seite 96 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2829132-2829304-2829308-2860279--08303-2860322
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

M RabbLSinlön bei! Gamaliel II. er wolle ihn durch ganz schwierige halachische Fragen:; in! Verlegenheit bringen und dann der Versammlung erklären, dass Simon dem Nasiat nicht gewachsen sei. Sie würden dann den Antrag stellen, ihn abzusetzeh; Nathan werde dann Nasi, Meir Ab beth din werden. Doch Simon scheint bei den übrigen Synedrialmitgliedern sehr beliebt gewesen zu sein, und so verriet!! R. Jakob ben Karschi, der zufällig von dem Plane gehört hatte, die Verschwörung an den Patriarchen. Die Verschworenen fanden daher Simon vorbereitet, und als er den Vortrag über den fraglichen Gegenstand erledigt hatte, offenbarte er der Versammlung die auf seinen Sturz berechnete Verabredüng und bewirkte sogar, dass die beiden Verschworenen vom Lehrhause ausgeschlossen wurden. Diese aber suchten dadurch ihre Abwesenheit fühlbar und ihre Ueberlegenheit geltend zu machen, dass sie schwierige Fragen auf Zetteln in das Lehrhaus schickten, deren Beantwortung Simon nicht immer gelang. Da erhob sich R. Jose mit den Worten: ״Was sollen wir im Lehrhause, wenn die Lehre draussen ist?" Sie wurden darauf wieder zu den Sitzungen zugelassen 1). R. Nathan söhnte sich bald mit Simon aus, jedoch R. Meir war hierzu nicht zu hewegen. Die Spannung zwischen dem letzteren und Simon dauerte fort, bis sich R. Meir von Uscha ganz zurückzog und nach Assia ging, wo er bis zu seinem Tode blieb2). ־י־ So hatte Simon durch kluge Vorsicht, durch geschickte Benutzung günstiger Zeitumstände das erreicht, was er erstrebt hatte, was er erstreben musste. Das Patriarchat, das er schwach und machtlos übernommen hatte, nur getragen von der Laune einer Volksmeinung, war durch ihn nach aussen wie nach innen zu einer Machtfülle erhoben worden, der sich alles, was zu dem Bereiche des Patriarchats gehörte, unterordnen und fügen musste, sich aber auch gern und mit Bereitwilligkeit fügte. Hatten doch die Zerstreuten Judäa’s im Patriarchat wiederum ein Banner, das sie zusammenhielt, das ihnen ihre Zusammen- 1J Horajot 13. 2) Hodegetik S. 180.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.