Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Rabbi Simon ben Gamaliel II., nach seinen Verhältnissen und seiner geistigen Wirksamkeit
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 15)
- Language
- German
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Rabbi Simon :ben Gamaiiel II. m קדידלך־ der;Verhältnisse war auch an Simon herangetreteny er> , musste ihr früher oder später wirklich genügen. Simon' war genöthigt gewesen, gegen Chananja vorzugehen, je־^ doch im: Synedrion selbst sein gutes Recht geltend zu machen, hatte er bis dahin gezögert, theils seiner Jugend,־ wegen, theils weil er von den Mitgliedern des Lehrhau-; ses,-welche zur Schule Akiba’s zählten, an halachischen׳: Kenntnissen weit übertroffen wurde. Den Mangel an. O-e-7 lehrsamkeit hatte er aber jetzt durch den Umgang mit,; R. Meir, R. Jehuda und anderen hinlänglich ersetzt9), er war sogar in derHalacha zu einem selbstständigen Stand-' punkte gelangt; wahrscheinlich hatte er auch im Syne-;A drion selbst die Vorträge übernommen und daher suchte er hier im Lehrhause ebenfalls entschieden aufzutreten, unbesorgt um die Folgen, welche leicht für ihn eine ge-- fährllche Sendung nehmen konnten. Simon führte nam׳; ־ lieh, um die Würde des• Patriarchats im Lehrhause seihst׳ recht kenntlich und augenfällig zu machen, eine beson-; v dere Etiquette ein. Während es nämlich bis dahin Sitte war, dass, so oft einer der drei Würdenträger des Sy nedrions eintrat, sich alle Anwesenden erhoben, verordnete - Simon:, dass für die Folge nur vor dem Patriarchen Alle>. sich erheben sollten, bis er ihnen erlaubte, sich zu setzen;7 Tritt der Ab betli din in’s Lehrhaus, habe von beiden ־ Seiten nur die vordere Reihe aufzustehen, bis er seinen■; Platz eingenommen; endlich wenn der Oh ach am eintrete^ solle nur einer nach dem anderen sich erheben u. s. w<: In der Synedrialsitzung, in welcher dies beschlossen wurde, waren R. Meir und R. Nathan nicht anwe*’^ send, und als sie nun in der nächsten Sitzung die neue Rangordnung gewahrten , wurden sie über die Schmäle-' rung ihrer Würde sehr aufgebracht. R. Meir verabredete hierauf mit R. Nathan, den Sturz Simons herbeizuführen * : . ..־ ׳ j ./ t Einen hervorragenden Lehrer der früheren Periode hatte Simon > nicht gehört, weil er hierzu za jung war, und als er in das Jünglings-■; alter trat, hatte er sich eine Kenntniss der Halacha nicht an eignen können, da die stürmischen Zeiten des Betharischen Krieges jedes ruhige Studium unmöglich gemacht hatten. Simon hat sich erst im Umgange mit K-. Meir, Jehuda, Jose herangebildet. Vgl. Hödeg. S. .184.