Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 3 · p. Seite 93

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 3
Article
Rabbi Simon ben Gamaliel II., nach seinen Verhältnissen und seiner geistigen Wirksamkeit
Date
1864-01-01
Page
Seite 93 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2829132-2829304-2829308-2860279--08300-2860319
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Rabbi Simon, ben Gamaliel II.. täegend; entfernen, •wollte,, das Synedrion wird von Simon aus Jamnia nach Uscha verlegt. Hier fungirte Simon natürlich ebenfalls als Nasi, ihm zur Seite stand als Abbefchdin R. Nathan, ein vornehmer Babylonier. Doch auch in die״ sem Synedrion trug nicht! Simon vor > sondern R. Meir, der darum den Titel הכם führte* * * * * 7). Obwohl jetzt das Sy-: ן nedrion, mit dem Patriarchat an der Spitze, die Leitung der religiösen Angelegenheiten offen und entschieden in, die Hand genommen hatte, war dennoch Chananja von, dem Amte, das er sich angemasst, ni<$1t zumckgetreten־, I er fuhr fort, ohne Rücksicht auf das Patriarchat Palästina^, eigenmächtig Festtage anzusetzen und das Kalenderwesen zu bestimmen. Dies durfte Simon nicht länger ruhig hingehen lassen, drohte ja auf diese Weise ein ganz bedenklieber Zwiespalt sich in die jüdische Welt einzuführen. Doch musste vorsichtig zu Werke gegangen werden, denn Chananja war in Babylonien sehr angesehen und die Ge-; wohnheit schien den Brauch schon befestigt zu haben.. Simon schickte daher zwei Männer nach Babylonien mit Briefen an Chananja, in welchen der letztere mit dem Titel ״Seine Heiligkeit Chananja" angesprochen wurde8). Chananja, über diese Anerkennung des palästinensischen Synedrions hocherfreut, nahm die Abgesandten freundlich auf und stellte sie unter grossen Lobeserhebungen der versammelten Gemeinde vor. Nachdem aber die beiden י . . r) Horajot 13b. Wahrscheinlich hatte R. Mei'r früher sein Lehrhaus zu Uscha, und als das Synedrion sich dorthin begab, dasselbe dem Synedrion eingeräumt; vielleicht ans diesem Grunde oder wegen der hervorragenden Stellung R. Meirs in der Schule Akiba’s war R,, Jehuda ben Hai‘ von seinem Amte zurückgetreten, um es R. Meir, zu überlassen. 8) Berachot 63, Hieros. Nedarim 40a, Hieros. Synhedr. 19 a. Es kann dies nur zur Zeit Simons geschehen sein, nur dann ist die grosse Vorsicht gerechtfertigt; hätte das Synedrion schon längere Zeit bestanden und sich Autorität verschafft, so wäre blos ein Beschluss no- . .thig gewesen, dem sich Chananja hätte fügen-müssen. Vgl. Jost, Gesch. des Judenth. u. Sekten II, S. 109 ־, Grätz, Bd. IV, S. 222. Gegen die Annahme, dass R. Jehuda Hanasi diese Gesandtschaft geschickt habe, spricht Nidda 24b, da dann Chananja ein ungewöhnlich hohes Älter erreicht haben müsste. "ר u.v. 11 i

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.