Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Rabbi Simon ben Gamaliel II., nach seinen Verhältnissen und seiner geistigen Wirksamkeit
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 12)
- Language
- German
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IKabbi^SiMöMBen r;Gäi1iäliei.':-Hv Sprache kommen sollte, den Vortrag zu halten oder die Reihe der Vorträge zu eröffnen. Dies letztere konnte jedoch auch ein anderer Gelehrter übernehmen. Wahrscheinlich hat Simon diese Function im Synedrioii nicht versehen, da er noch söhr jung war (er zählte damals 24 Jahre) und den eigentlichen Schülern Akiba’s an Gelehrsarnkeit weit nachstand. Wie es scheint, pflegte in Jamnia R. Jehuda ben Hai vorzutragen6). Die römischen Behörden haben gewiss dies ganze Auftreten der Rabbinen mit scharfen Augen beobachtet und dieselben mit Quälereien nicht verschont. Als R. Simon ben Jochai eine kühne Aeusserung gegen die Römer wagte, wurde er von ihnen mit dem Tode bedroht und konnte sich nur durch die eiligste Flucht retten; R. Jose wurde, weil er diese Aeusserung schweigend angehört hatte, nach seiner Geburtsstadt Sepphoris verwiesen. Hierdurch scheint das Synedrion seine besten Kräfte verloren zu haben; diese mussten ersetzt werden, und man suchte daher die hedeutendste Capacität der Akiba’schen Schule, R. Meny für das Synedrion zu gewinnen. Sei es aus diesem Grunde, sei es, dass man sich in eine von Cäsarea, dem gewöhnliehen Sitze der römischen Beamten, weniger zugängliche €) Man kann dies wohl daraus schliessen, dass R. Jehuda b. Hai’ ־ immer zuerst in Jamnia genannt wird und dort jedes Mal die Reihe der Vorträge beginnt, Berachot 63, Schabbat 33. Wir sind daher der Ansicht, dass zu Jamnia R. Jehuda den Hai als חכם fungirte, wie später zu Uscha R. Meir. Chacham ist ursprünglich nur der Lehrer im Lehrhanse, der die Vorträge im Lehr banse hielt; er war daher auch im Synedrion selbst nur der Vortragende, im Falle der KasI nicht selbst vortrug (Monatsschrift 1855, S. 345, Anm. 2). Ist ja auch fast nirgends sonst von dem Amte eines Chacham die Rede, als eben hier bei R. Simon. Der Chacham hatte allerdings im Synedrion das Geschäft eines Referenten, im übrigen aber sonst gar keine ihn auch ausserhalb seines Lehrhauses oder des Synedrions auszeichnende Würde. Man sehe Moed Katar! 22, hier wird der Chacham nur in Verbindung mit seinem Lelirhause gebracht Moed Katan 26 wird des Chachams neben demNasi und Abbethdin gar nicht Erwähnung gethan, ein Beweis, dass derselbe nach aussen hin nicht als Würdenträger des Sy nedrions auftrat. — Die Stellung des Kasi und Äbbeth ist Monatsschrift 1852, S. 346 genügend erläutert und verweisen wir hierauf.