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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 3 · p. Seite 90

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 3
Article
Rabbi Simon ben Gamaliel II., nach seinen Verhältnissen und seiner geistigen Wirksamkeit
Date
1864-01-01
Page
Seite 90 (sequence 10)
Language
German
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.Rabbi Simon, ben Gäinaliel II Jahr vorr der Eroberung Bethar’s hinger^ •da ferner Bethar 135 erobert wurde, ist der Tod Akiba’s und die Geburt Jehuda’s um das, Jahr 134 zu setzen. Wenn wir uns jetzt (nach Abot 5, 21) das Recht nehmen dürften, das Alter Simons in dieser Zeit auf wenigstens 19 Jahre anzusetzen, so fällt das Geburtsjahr Simons spätestens gegen 115 * 3).; Ob Simon während der Kriegsereignisse, an denen er ׳wahrscheinlich einen thätigen Antheil genommen hat, Pa- Tästina verlassen hatte, vermögen wir nicht anzugeben;;ganz gewiss aber hat er während der Schreckenszeit, welche dem Betharischen Kriege gefolgt war, sich dem Bereiche römischer Macht durch die Flucht entzogen, da die römische Politik ihn, als ein Mitglied der Patriarchen- 0 ׳Vgl. Hodegetik S. 121. 3) Gegen dieses Resultat scheint eine andere Nachricht zu sprechen. Sota 49, Baba Kama 83 erzählt Simon: ״Am Hofe meines Va- 4ers wurden tausend Schulknaben unterrichtet, von denen fünfhundert :griechische Bildung lernten. Diese alle wurden vom Kriege verschhmgen bis auf mich und meinen Vetter in Assia.<c Dem hier Erzählten zufolge muss wohl Simon kurz vor dem Anfänge der insurrection 'hoch ein Schulknabe gewesen sein; da nun ■nach dem Seder Hadorot ,die Herrschaft des Bar Cosiba, oder was dasselbe scheint, der Aut-;stand selbst drei und ein halbes Jahr gedauert hat, so musste Simon (nach dem Seder Hadorot und Baba Kama 83) im Jahre 132 (denn 135 war der Aufstand mit dem Falle Bethar’s vernichtet) noch im Knabenalter gestanden haben, während er nach unserer Ausführung damals bereits ein Jünglingsalter von sechszehn Jahren erreicht hätte. Wenn wir jedoch die Angabe des Seder Hadorot urgiren, welche von einer Herrschaft des Bar Cosiba spricht, also von der Zeit, da Bar Cosiba auf dem Höhepunkte seines Glückes stand, so Hesse sich dieser Widerspruch dadurch beseitigen, dass wir .Mr die Dauer des ganzen Krieges einen weit grösseren Zeitraum als drei Jahre in Anspruch nehmen. Es wird dies ganz besonders wahrscheinlich, wenn wir an die ausserordentlichen Dimensionen, welche diese Schilderhebung ge- :nommen hatte, nachdrücklich erinnern. Für diesen Aufstand mit seinem sicheren Vorgehen, seinen zahlreichen Siegen und׳ Niederlagen ist der Zeitrahmen von drei Jahren ein viel zu enger; vielleicht, dass man ihn gar auf acht oder neun Jahre ausdehnen kann, dann, würde allerdings Simon zu der'Zeit, als die Feindseligkeiten eröffnet wurden, gegen elf oder zwölf Jahre gezahlt haben. . ' '

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