Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Rabbi Simon ben Gamaliel II., nach seinen Verhältnissen und seiner geistigen Wirksamkeit
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 89 (sequence 9)
- Language
- German
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Ealilip Sfmohtb:en$&äniälrei-־:il. 89 ben/Charakterzüge entgegen, und durch diese, nicht durch die Geburt allein, erweist er sich als den würdigen Stammhalter dieses edlen Hauses. Sein Vater war Habban Gamaliel zu Jamnia, von dessen Verdiensten um die Synagoge wir bereits gesprochen haben. Trotz der energisehen Strenge, welche der letztere in seiner amtlichen Stellung als Nasi entwickelte, zeigte er in seinem hausliehen Leben eine fast rührende Milde und Sanftmuth; seine Denkweise, wiewohl von tiefer Religiosität, war darum nicht minder freisinnig und aufgeklärt, in seinem Hause wurde sogar griechische Sprache und Bildung (הכמת יונית) gelehrt8). Ein so wohlwollender, jedes geistige Streben fördernder Sinn herrschte in dem väterlichen Hause Simons und hat gewiss auf das noch jugendliehe Gemüth Simons wohlthätig gewirkt; aber einer eigentlichen Erziehung durch seinen Vater hatte er sich nicht zu erfreuen, da er diesen in ganz früher Jugend verloren zu haben scheint; denn so spärlich und so getrübt uns auch die Quellen fliessen, aus denen wir die Kunde jener Zeit schöpfen, soviel ist doch gewiss, dass bei dem Ausbruche der Insurrection Habban Gamaliel schon geraume Zeit gestorben war, während Simon damals in ganz jugendlichem Alter stand9). Genaues über seine näheren Lebensverhältnisse in dieser ganzen Zeit sicher anzugeben, sind wir völlig ausser Stande, da uns hierüber fast jede Nachricht fehlt; um aber Einiges, wenigstens so wahrscheinlich als es uns möglich ist. zu ermittein, wollen wir uns vor Allem eines gewissen, festen Punktes versichern, von dem aus wir die anderen Einzelnheiten, so weit möglich, festzustellen versuchen. Diesen sicheren Ausgangspunkt gewährt ein Bericht1), gegen den nicht leicht ein Zweifel vorgebracht werden kann. Derselbe lautet: ,,In demselben Jahre, in welchem H. Akiba verblutet hat, ist H. Jehuda (der Sohn unseres Simon) geboren worden." R. Akiba war nun ungefähr ein 8) Landau in dieser Monatsschrift 1852, S. 283. 9) Gr ätz, Gesch. d. J. Bd. IV, S. 33. 152. *) Kidd uschin 72.