Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Mose Almosnino
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 65 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Mos e Almosnino. 65 Abkunft, zu ZacutoV Chronik ein Capitel, die türkische Geschichte betreffend, hinzu. Auch nach der Abfassung seiner interessantesten Schrift, der Frucht müssiger Stunden, musste sich Almosnino über drei Vierteljahr abmühen, um seine Mission, Privilegien für die Salonicher Gemeinde zu erwirken, mit Ehren auszuführen. Seine Mühe wurde ihm aber ausserordentlich verleidet. Jedesmal, wenn er in Folge von Audienzen dem Ziele nahe zu sein glaubte, rückte es ihm wieder in weite Ferne. Seine Mandatgeber in Salonichi fingen bereits an, Glossen über ihn zu machen und sogar ihre Unzufriedenheit mit seiner Tliätigkeit laut werden zu lassen. Sie glaubten, dass die Schuld an ihm, an seinem Mangel an Eifer läge, und dass er nur aus selbstsüchtigen Interessen so lange in Constantinopel weilte39). Als er sich bereits der Verzweiflung, wegen Misslingen8 seiner Sendung, überliess, wurde sie urplötzlich, wie er es voraasgesehen und voraus verkündet hatte, von Erfolg gekrönt. Am 25. Schebat 25. Januar 1568 wurden Almosnino und seine Genossen zum sechsten Mal zur Audienz zugelassen, und hatten die Freude, dass am selben Tage die gewünschten Privilegien die grossherrliche Bestätigung erhielten4n). Freudestrahlend kehrte Almosnino mit den verbrieften Freiheiten nach Salonichi zurück und konnte seine Gegner ob ihrer hämischen Angriffe beschämen. Aber in der schönen Predigt, die er einige Wochen später hielt — welche eine Art Rechenschaftsbericht ist — zeigte Almosnino keinesweges triumphirenden Stolz wegen Durchführung einer der Gesammtgemeinde so hochwichtigen Angelegenheit, sondern im Ge gentheil rührende Demuth und ein tiefes Dankgefühl gegen Gott, dem er allein den Erfolg zuschrieb. Den Antheil aller Personen, welche sich dabei thätig erwiesen hatten, vergrösserte er, nur sein eigenes Verdienst an der Sache verkleinerte er mit wahrhaft bescheidenem Sinne. Ueberhaupt bekundete Almosnino bei dieser Gelegenheit eine seltene sittliehe Grösse. Nicht einmal den Lohn für seine hingebende BemÜbung mochte er von der Gemeinde oder den Gemeinden anffi-y39) Vgl. oben. 50) Predigtsamnilung .Nr. 1ל p. 5b.