Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Geschichte der Juden in der Stadt und Diöcese Speyer
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 464 (sequence 11)
- Language
- German
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464 Geschichte <ler .luden z11 leisten und siel 1 denselben, wenn sie eine ernste Strafe vormelden wollten, namentlich in solchen Dingen nicht zu widersetzen, in denen sic nach des Kurfürsten Bewilligung zu befehlen hätten. Fühlten sie sieb aber von ihren Vorstehern in einem oder dem anderen Punkte verletzt, so stände es ihnen frei, darüber gehörigen Ortes Beschwerde zu führen13*). Zehn Jahre darauf, nämlich am ,JO, Januar 1098 verfügte der auch das Bisthum Trier verwaltende Bischof Johann Hugo, dass Niemand seine an den Kirchen oder cm dem Kirchhofe gelcgetien Häuser und *Wohnungen einem Juden weder venniethen noch verkaufen sollte, und befahl, die bereits in solchen Iliiusein wohnenden Juden zu veranlassen, dieselben zu räumen mul gegen andere, von den heiligen Orten entfernt liegende, zu verkaufen oder zu vertauschen. In demselben Jahre fasste der ßischof auch den Entschluss, die Juden in seinem Ilochstifte Speyer auf eine gewisse Anzahl zu beschränken, die er auch mit einem besonderen Schutzbriefe versah, die übrigen aber sollten in dem genannten Lande nicht länger geduldet werden. Dieser kurfürstliche Beschluss wurde am 5>. Nov, 1008 allen Aemtern mit der Aufforderung zugefertigt, ihn ohne ferneren Aufschub in Ausführung zu bringen und die mit dem erwähnten Selnitzbriefe nicht versehenen Juden bis zu einem ihnen anzusetzenden Termine aus dem Lande zu weisen. Alle Juden soll״ ten zu diesem Zwecke von den einzelnen Aemtern specificirt, die im Besitze von Schutzbrief Vn befindlichen besonders bczeichnet und die einzelnen Spceificationcn an die hochfürstliehe speyer'sche Kanzlei eingeschickt werden137). Ob die Ausweisung wirklich stattgefunden oder ob sie später wiederum rückgängig gemacht wurde, lässt sich aus dem betreffenden Actenstücke nicht ermitteln. ln Bruchsal, wo wir schon im Jahre 1344 eine Synagoge lind eine Judengasse finden138), hatten verschiedene Juden zu Anfänge des 18. Jahrhunderts Häuser und bürgerliche Plätze an sich gebracht, welches den bestehenden Verordnungen zuwider war. Es wurde daher am 14. März 1709 an das Oberamt *•*) Daselbst I, 02. laT) Daselbst I, 63 fl\ "°) Mone 9, 268.